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Zum Ende der Seite springen ...ploitation Filme (für Fans des etwas abseitigen Geschmacks)
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Ulthar Ulthar ist männlich
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...ploitation Filme (für Fans des etwas abseitigen Geschmacks) Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Dank Tarantino und seinem eher bescheidenen "Death Proof" erfreut sich das Exploitation Kino einer nahezu ungekannten Aufmerksamkeitswelle. (Auch wenn Tarantinos Film selber damit so gut wie nichts zu tun hat).
In den Zeiten der Grindhousekinos waren es genau diese Exploitationfilme, die in Doppelfeatures zu sehen waren.

Exploitation = Ausbeutung, Nutzbarmachung

Der Exploitationfilm trägt seinen Namen, weil er die mediale „Ausbeutung“ von heiklen Themen wie Sex oder Gewalt aus kommerziellen Gründen betreibt und dabei auf "die reißerische Anreicherung mit explizitem Sex und Gewalt, Blasphemie, Kirchenkritik, Hexenverfolgung, Nationalsozialismus oder Sodomie" zurückgreift. Charakteristisch ist in der Regel auch die Titel- bzw. Untertitelwahl, die oft bemüht ist, das Vorhandensein der jeweiligen Elemente zu Werbezwecken zu betonen oder sogar zu übertreiben." (Zitat: Wikipedia.de)

Die Anfänge des Exploitationfilms liegen irgendwo in den 60er Jahren und ziehen sich bis hinein die 80er Jahre. Insbesondere in Europa konnte das Subgenre auftrumpfen. Wichtig hierbei ist der Hinweis, dass sich das Exploitationkino nicht (wie oft fälschlicherweise angenommen) auf ds Horror-Genre beschränkt, eher ist es der Horrorfilm nur ein kleiner Bruchteil im großen Exploitation-Sumpf. Das wird auch schon durch die Vielzahl an Unterkategorien des Exploitationfilms deutlich:
Sexploitation
Blaxploitation
Hexploitation
Nunsploitation
Naziploitation
...

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl der Filme auch auf DVD, daher auch die idee des Threads, dass Fans und Interessierte hier Filme vorstellen und sich allgemein über das Genre ausgetauscht werden kann.

Gleich zu Beginn 2 DVD-Boxen, die sich ideal eignen um einen ersten Eindruck von den Genres zu bekommen. Beide Boxen kosten jeweils um die 20 Euro und sind in den USA erschienen und qualitativ unter aller Sau (zumeist 4 Filme auf einer Doppelseitigen DVD), aber trotzdem absolut lohnenswert:

The Grindhouse Experience
wirbt mit dem Zusatz, dass Tarantino die Filme zusammengestellt hat - naja Augen rollen



Enthalten sind:
Womens Camp 119
Tortured Angels
Savage Man/Savage Beast
Raw Force
Confessions of a Police Capain
Executioner 2
Poseidon Explosion
Earthquake 7.9
Violent Professionals
Frank and Tony
Kung Fu Punch of Death
Return of the Tiger
Go Kill and Come Back
Bounty Man
Three Tough Guys
Mandinga
The Children
Demon Witch Child
High School Hitchhikers
Carry on Emannuelle

Insgesamt also 20 Film, die alle Unterarten des Genres abdecken. Von Katastrophenheulern (Earthquake 7.9) über italienische Cop-Filme (Executioner 2), Kannibalenfilme (Raw Force), Mondo-Filme (Savage Man/Savage Beast), chinesische Kungfu-Kracher (Kung Fu Punch of Death) Sexploitationfilmchen (Carry on Emanuelle), Horror (Deom Whitch Child) bis zum Frauenknast und Naziploitation Klopper (Woman Camp 119).

Wie gesagt, für jeden der sich einen Überblick verschaffen will eine ideale Box.


Die 2. Box ist da schon etwas spezieller, enthält dafür aber einen der wohl schrägsten Filme die das Blaxploitation Genre jemals hervorgebracht hat.



Das ganze ist erschienen in der "What it is... what it was" Reihe. Die immer 10 Filme eines Genres in eine Box packt. Hier handelt es sich um 10 Blaxploitationfilme:
Mean Johnny Barrows
Death Journey
Lady Cocoa
Velvet Smooth
Black Fist
The Black Six
Black Cobra 2
Final Comedown
Paper: Incriminating Evidence

und der unglaubliche "The Black Gestapo", in dem es nur so von fiesen Weißen Drogendealern (die u.a. tricktechnisch hochgradig peinlich in der Badewanne kastriertiert werden) und Zuhältern wimmelt. Doch zum Glück gibt es die freundliche schwarze Nachbarschaftswache, die in SS-Uniformen (mit schwarzer Faust statt Hakenkreuz auf der Schulter) durch die Nachbarschaft patrolliert und für Ordnung sorgt. Dumm nur, das eine Splittergruppe sich selber den Frauen- und Drogenhandel unter die Finger reißen möchte und das ganze in einer Parade von Farbigen Aktivisten in Uniform gipfelt, die vor ihrem schwarzen "Führer" in irgendeinem Hinterhof salutieren, ehe der gute schwarze Sozialarbeiter vorbei kommt und mit der Pumpgun unter den abtrünnigen Brüdern aufräumt.

Wie gesagt, hochgradig strange und skurril. Zumal in dem Film eine Vielzahl an farbigen 70er Jahre NFL Football Stars mitspielt, die sich in seltsamen Uniformen gegen alles und jeden erheben und die titelgebende "Black Gestapo" gründen um zu funkigen Grooves zu morden, dealen und vergewaltigen.
Noch mehr Exploitation geht kaum. Augenzwinkern

Die anderen Filme der Box schwanken zwischen hochgradig unterhaltsam (Black Cobra 2 - Fred Williamson rockt wie Hölle) und todlangweiligen Heulern wie "Paper: Incriminating Evidence", der mich bereits nach 15 Minuten eine inen erholsamen Schlaf geschickt hat. Augenzwinkern


Also los, Exploitation (und sonstige ...ploitation) Fans, outet euch! großes Grinsen

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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Ulthar: 29.09.2007 11:38.

29.09.2007 11:37 Ulthar ist offline E-Mail an Ulthar senden Beiträge von Ulthar suchen Nehmen Sie Ulthar in Ihre Freundesliste auf
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RE: ...ploitation Filme (für Fans des etwas abseitigen Geschmacks) Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zählen die Troma-Filme ("Toxic Avenger","Class of Nuke´em High","Surf Nazis must die","Sgt Kabukiman" und der Rest) dazu? Die Titel wären ja schon mal ganz schön exploiting.

Vermutlich hätte ich die gut finden können,als die in den 80ern hier liefen,wären die Effekte nicht so grauenhaft billig und die Kopien hierzulande nicht so extrem geschnitten gewesen....

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Der Arme kann von Strafe sagen, denn seine Sprache ist dahin.

-Emanuel Schikaneder-
29.09.2007 11:58 sir900 ist offline E-Mail an sir900 senden Beiträge von sir900 suchen Nehmen Sie sir900 in Ihre Freundesliste auf
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so lange nichts mehr hier passiert, daher mal wieder 3 Tipps (mehr oder weniger) für Exploitation-Fans:

La Mansión de los muertos vivientes
aka. Auferstehung der reitenden Leichen
aka. Mansion of the living dead

ok, Jesus (Jess) Franco hat in seinen circa 200 Filmen selten so etwas wie Talent gezeigt (eigentlich lassen sich seine guten Filme sicherlich an einer Hand abzählen) aber "Mansion of the living dead" ist selbst für Franco Verhältnisse äußerst mies.
Das ganze ist Francos Nachschlag zum Thema "Reitende Leichen" und hat im Prinzip mit seinen schwachen Vorgängern kaum was zu tun. 4 leidlich attraktive Frauen (u.a. Lina Romey "Blutgericht der gequälten Frauen", "Ilsa, the wicked warden", "Mondo Canibale 3+4"), die die 30 auch schon deutlich hinter sich gelassen haben machen Urlaub in Spanien und wundern sich zwar warum sie in der gesamten Ferienanlage die einzigen Gäste sind, aber es scheint sie nicht so weit zu stören, dass sie nicht erst mal Zeit für die ein oder andere leidlich erotische Lesbenszenen finden, die Franco-typisch irgendwo zwischen Homevideo, verkapptem Porno und absolut unästhetisch und unerotisch schwanken.
irgendwann darf dann auch noch der seltsame Hotelverwalter (Antonio Mayans, der hier mal wieder als Robert Foster firmiert) mitmachen, der in seinem Landhaus die reitenden Leichen wiederbelebt hat und sie mit Urlaubern füttert.

Blutig ist das ganze kaum und die 18er Freigabe gab es wohl am ehesten für einige recht explizite Lesbensexszenen, die deutlich über Softcore hinausgehen. Also auch in dem Punkt ein typischer Franco Film und typischer 80er Jahre Exploitation Murks aus Spanien. Einzig für Fans von Lina Romay lohnenswert. Gibt es seit ein paar Wochen unter dem englischen Titel in der Videothek eures Vertrauens.

Thriller - en grym film
aka. Thriller - a cruel picture
aka. They call her one-eye
neben "Lady Snowblood" ist "Thriller" DIE Hauptinspiration für Tarantinos "Kill Bill" gewesen, auch wenn der Film in allen Belangen weiter geht als es Tarantino wohl je wagen würde.
Der Film ist wohl der ultimative "Rape-and-Revenge" Film. Die Story ist schnell erzählt und kopiere ich hier einfach mal aus der OFDB.de:

Madeleine wird als kleines Kind Opfer eines sexuellen Übergriffes. Seit diesem Vorfall spricht das Mädchen kein Wort mehr und tritt auch sonst eher passiv in Erscheinung.
Eines Tages muss sie, um zu ihrer Therapiestunde zu gelangen, mit dem Bus in die Stadt fahren, welchen sie auch prompt verpasst.
Ein vorbeifahrender Mann nimmt sich des Mädchens an, fährt sie aber statt zu ihrer Sitzung in ein Restaurant und anschließend zu sich nach Hause. Dort bringt er sie an die Nadel und macht sie gefügig, denn fortan soll sie als Prostituierte für ihn arbeiten. Währenddessen schickt er den Eltern des Mädchens zutiefst verletzende Briefe im Namen ihrer Tochter, was schließlich zu deren Doppelselbstmord führt.
Madeleine erfährt erst vom Tod ihrer Eltern, als sie sich eines Tages auf nach Hause macht. Ab dann gibt es nur noch ein Ziel: Rache!
Fortan trainiert Madeleine Kampfsport, den Umgang mit Waffen und das Auto fahren - alles mit dem Ziel der Vergeltung.


so weit, so Standard. Was den schwedischen Film von seinen hauptsächlich europäischen Gegenstücken abhebt ist die Gnadenlosigkeit, mit der Bo Arne Vibenius seinen Film 1974 inszeniert hat. So sind neben expliziten Sexszenen (sprich Hardcoreszenen, in denen Hauptdarstellerin Christina Lindberg allerdings gedoubelt wurde) auch die Gewaltszenen extrem grenzwertig ausgefallen. Die Szene, in der Madeleine ihr Auge verliert wirkt wie die brutale Version von der berühmten Augen-Schnitt-Szene aus Dalis "Der Andalusische Hund". Auch die Rache die Madeleine ihren Peinigern zu teil werden lässt ist äußerst drastisch und entsprechend blutig.
Sicherlich einer der must-see Exploitationfilme, der alles vereint was das Genre ausmacht und dabei immer einen Schritt weiter (zuweit?) geht.

Ninja - In geheimer Mission
Nochmal Schweden! Jawoll, Schweden, woher sollte einer der unglaublichsten Ninja-Filme aller Zeiten denn auch sonst kommen?!
Das die 80er Jahre das Jahrzehnt der Ninja-Action-Kracher waren hatte man damals auch in Schweden erkannt und wollte sich nicht lumpen lassen.
Die Story ist ansich schon der Wahnsinn:
Ein schwedischer Wissenschaftler hat was auch immer erfunden und befindet sich in russischer Gefangenschaft, wird dann allerdings nochmal von Russen entführt (ohne das er es weiß, die behaupten einfach sie seien aus Schweden und hätten ihn in die Heimat zurück gebracht) und schon ist das schwedische Ninja-Einsatzteam gefordert. Deren Anführer macht sich mit seiner Truppe und der Tochter des Wissenschaftlers (die natürlich nicht um die ein oder andere oben-ohne Szene herumkommt) auf, um das Böse (also die Russen) gleich zu hunderten niederzumähen.
Ab da gibt es eigentlich einen 80 minütigen Showdown, der wirklich alles bietet was man sich nur wünschen kann:
- Ninja Kampfkunst von Kerlen die Aussehen wie der bärtige von ABBA
- der wohl höchste Bodycount der Actionfilmgeschichte, da können von "Rambo 3" bis "A better tomorrow" aber wirklich alle einpacken
- ordentliche Explosionen
- blutige Einschüsse ohne Ende und in der Mitte des Films ein Ausflug in Action-Splatter-Gefilde inklusive explodiernder Körper und Köpfe und in Großaufnahme zerteilten Gliedmaßen und Köpfen.
- coole Sprüche
- heldenhafte Tode
- ein Happy-End, dass ...äh.... seltsam ist

Ein wirklich unglaublicher Action-Spaß wie er so wohl wirklich nur in den 80er Jahren entstehen konnte. Brutal, absolut reaktionär, politisch vollkommen unkorrekt, Ninjas, nackte Brüste, Ninjas, Shoot-outs ohne Ende, Explosionen und Ninjas.
Losgehen und kaufen, aber sofort!

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10.01.2008 18:11 Ulthar ist offline E-Mail an Ulthar senden Beiträge von Ulthar suchen Nehmen Sie Ulthar in Ihre Freundesliste auf
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So, diesmal gibt es zwei Tipps für Leute, die sich etwas über die Entwicklung des Exploitation-Kinos in den USA informieren wollen. Es handelt sich um zwei Dokumentationen, von denen die erste, „Schlock – The secret history of American Movies“ bisher nicht im deutschsprachigen Raum erschienen ist, vor etlichen Jahren aber im Rahmen der SF-1 Reihe „Delikatessen“ lief. Die zweite Doku „The American Nightmare“ ist mittlerweile auch in Deutschland auf DVD erschienen.

„Schlock – the secret history of American Movies“
Der Film spannt einen Bogen vom Beginn der 50er Jahre bis zum Ende der 60er Jahre. Beginnend mit den klassischen Road-Shows, fahrenden Kinos, die mit dokumentarischen Aufklärungsfilmen lockten. Hier wurden die Menschen mit Bildern von Geschlechtskrankheiten und etwas nackter haut in die Kinos gelockt. Ausgehend von diesen nackten Tatsachen entwickelte sich in den 60er Jahren die sogenannte „Nudist Period“, in der sich insbesondere die Filmemacherin Doris Wishman mit ihren
Nudistencamp-Filmen einen Namen machte. Billig gedreht mit Amateuren, wurde eine einfache Story erzählt, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf dem Zeigen von nackter Haut lag. Wishman drehte in dieser Zeit sechs Filme, von denen der bekannteste und erfolgreichste sicher „Nude on the Moon“ ist. Mitte der 60er Jahre wurden Wishmans Filme, wie auch die des mittlerweile als Produzent und Regisseur tätigen Roger Corman zunehmend expliziter und die Themen verschoben sich von belanglosen Storys hin zu immer gewalttätigeren Inhalten. So kann man Wishman sicher als eine der Vorreiterinnen der Sexploitation-Ära sehen, die sich durch Gewalt von und an Frauen und eine starke Erotische Komponente (die teilweise durchaus ins pornografische Abrutschte) gekennzeichnet war.

Neben Wishman, die auch selber im Film mehrmals zu Wort kommt, ist der Fokus von „Schlock – The secret history of American Movies“ sehr stark auf die Macher hinter den Filmen ausgerichtet. So kommt immer wieder Roger Corman zu Wort, aber auch Poduzenten und Studiobosse wie Harry H. Novak, Samuel Z. Arkoff oder David F. Friedmann. Interessant sind hierbei insbesondere die Einblicke die Corman gewährt, aus dessen Kaderschmide Leute wie Jack Nicholson, Peter Bogdanovich, Dennis Hopper und viele andere mehr kommen. Neben diesen Machern kommt als einzige Darstellerin Maila Nurma zu Wort, die als Vampiria in den 50ern zur Ikone wurde.

Ausschnitte und Kommentare gibt es u.A. zu "The Defilers" "Bucket of Blood" "The Terror" "The Immoral Mr. Teas" "Carnival of Souls" "Kiss Me Quick" und "Bad Girls Go To Hell", was sicherlich schon zeigt wie breit gefächert der Input ist, der in diesem durchaus auch amüsanten Blick auf die Entstehung des Exploitationfilms in den 50er und 60er Jahren verarbeitet wird.

„The American Nightmare“
Diese Dokumentation ist der nahezu perfekte Anschluss an „Schlock – The secret history of American Movies“.
1968, Goerg A. Romero gelingt mit "Night of the living Dead" ein Film, der eine neue Ära einleitet. Der Film ist brutal, er ist zynisch und er hält einer Amerikanischen Gesellschaft, die von Krisen und Unsicherheit geprägt ist einen brutalen Spiegel vor. In den nächsten Jahren werden Romero weitere Regisseure folgen, die mit ihren Filmen das Horror-Film-Genre revolutionieren und dabei doch mehr zeigen als nur Blut und Gedärme. Auch sie üben Kritik und spielen mit dem Genre Horror in einem zwar auch schon zuvor bekannten Kontext, aber so drastisch und voller Bitterkeit wurden die Themen noch nie angepackt.

"The American Nightmare" widmet sich diesen Filmemachern, die sich in der Zeit, die geprägt ist von Vietnam, Rassenunruhen Morden an hochrangigen Politikern und Sexueller Revolution, einen Schritt (oder auch mehrere) weiter vor wagten als alle andere vor ihnen. Adam Simon lässt sie alle zu Wort kommen in aufschlussreichen und interessanten Interviews. Egal ob nun Romero, Cronenberg, Craven, Hooper, Landis oder Carpenter, sie alle schildern, unterlegt von Szenen aus Filmen wie "Texas Chainsaw Massacre", Helloween, Night of the living Dead, Dawn of the Dead, Shivers, Videodrome, The Crazies und vielen anderen mehr, was ihre Intensionen waren, was sie Aussagen wollten.
Dazwischen kommen auch immer wieder Filmwissenschaftler zu Wort, die die Filme auch in die entsprechenden Gesellschaftlichen Kontexte einordnen und die Bedeutung der einzelnen Regisseure für das Genre und die Filmindustrie an sich beleuchten.

Das alles ist unterteilt in verschiedene Kapitel, die sich immer einem der angesprochenen Regisseure widmen und dabei eine gelungene Mischung aus Filmszenen und Interviews bietet. Natürlich kann man hier anführen, dass sich der Film nicht wirklich kritisch mit den genannten Filmen auseinandersetzt, aber da kann man allein schon auf Grund des unglaublichen Informationsgehalts und Insiderwissens getrost drüber hinwegsehen.

Zwei Abschnitte aus "An American Nightmare" verdienen es dabei noch gesondert erwähnt zu werden. Zunächst der Titelvorspann, der auf bedrückende und verstörende Art und Weise Szenen aus alten Nachrichtensendungen der damaligen Zeit mit Szenen aus den Filmen die angesprochen werden vermischt und somit die Grenzen zwischen realem Horror und Fiktion nahtlos verwischen lassen.
Zum anderen ist es der Abschnitt, der sich Effekte Guru Tom Savini widmet. Es entbietet nicht eines gewissen makabren Beigeschmacks wenn Savini, der als Kriegsfotograf in Vietnam war, berichtet wie er sich die dortigen Leichen zum Vorbild nahm für seine späteren Arbeiten, wie er sich allein durch die Distanz die seine Kameralinse zu den Grausamkeiten die er dort sah, schaffen konnte das gesehene ertragen konnte. Und so will man ihm gerne glauben wenn er dann auch sagt, das er noch heute bei seiner Arbeit die Ergebnisse mit anderen Augen sieht als die Zuschauer, die nichts über seinen Hintergrund wissen.

Wer also Einblicke dieser Art in eine unglaublich produktive und provozierende Epoche des US Horror Films gewinnen möchte sollte sich diese mehr als gelungene Dokumentation ansehen, denn was man hier an Infos bekommt bedarf ansonsten schon einiger Recherche in Fachbüchern und Audiokommentaren.

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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Ulthar: 25.03.2008 17:16.

25.03.2008 17:13 Ulthar ist offline E-Mail an Ulthar senden Beiträge von Ulthar suchen Nehmen Sie Ulthar in Ihre Freundesliste auf
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holla, schon fast seit einem Jahr kein Eintrag mehr? Dann wird es mal wieder Zeit. Diesesmal gibt es einen (S)exploitation Klassiker, zwei Blaxploitation Klassiker und einen netten Beitrag der Shaw Brothers zum Thema "Frauen-nehmen-blutig-Rache":

Vampyros Lesbos (1970)
Gedreht 1970, als Jess Franco noch nicht zum Fließbandproduzenten von Exploitation Schund geworden war, liefert der Film den Beweis ab, dass Franco es durchaus versteht auch handwerklich ordentliche Filme zu drehen. Ob das nun hier aus reinen Zufall geschieht oder wirklich so beabsichtigt war, lasse ich lieber mal dahingestellt, aber ganz ohne Zweifel ist dies einer der optisch anspruchsvollsten Franco Filme.

Die Story gibt dabei nicht viel her und zieht sich auch dem entsprechend über die knapp 90 Minuten Laufzeit. Der Film spielt in Istanbul, wo die Angestellte einer Anwaltskanzlei einer geheimnisvollen Frau verfällt, die sich als letzte Geliebte Draculas herausstellt. Dazu gibt es noch einige kleine Nebenschauplätze, so etwa einen Professor der sich der Vampirforschung verschrieben hat, eine ehemalige Geliebte der Gräfin und deren Ehemann der etwas, nun ja, durchgeknallt ist. Diese Stränge laufen immer mal wieder zusammen und ergeben mit viel Wohlwollen eine mehr oder weniger gelungene Neuinterpretation von Bram Stokers Ur Dracula.

Da die Story also wenig hergibt hat man die Möglichkeit sich auf die Bilder zu konzentrieren die Jess Franco präsentiert und da muss man dann doch neidlos anerkennen, das man es hier mit teilweise wundervoll gewählten Symbolen und Szenen voller Bedeutung zu tun hat. Gefilmt wurde das alles zwar ersichtlich ohne großes Budget, aber aus dem wenigen das zur Verfügung stand wird das beste herausgeholt. Was dem Film sehr gut tut ist der Verzicht auf Special Effects und Blutorgien, die die Atmosphäre, die etwas sehr Traumhaftes hat, eindeutig zerstören würden.
Wie der Titel und insbesondere der Name Jess Franco vermuten lassen, gibt es natürlich reichlich nackte Haut zu sehen, aber der Film bleibt doch trotz der unbedeckten Darstellerinnen sehr zahm und deutet vieles nur an. Mindestens so erstaunlich wie erfreulich ist die Tatsache, das Jess Franco zwei überaus attraktive Darstellerinnen für seine beiden Hauptrollen ausgewählt hat, was ja auch eher selten ist bei Franco. Ewa Strömberg als Mitarbeiterin der Anwaltskanzlei und Soledad Miranda als Vampirin sind eindeutige Hingucker.
Der Film verfügt ja über einen nicht zu verachtenden Kultstatus, den er sich insbesondere in den letzten Jahren erarbeitet hat. Im Rahmen des 70er Jahre Revivals und der Rückkehr von Easy Listing Musik kam insbesondere der Soundtrack zu neuen Ehren, stellt er doch so etwas wie die Reinkultur des funkig-coolen 70er Jahre Pops dar. Der Film strahlt wirklich mit jeder Szene und jedem Bild typisches Seventies Feeling aus und wirkt in Kombination mit dem teils schon fast im Hamilton Stil gedrehten Weichzeichner Szenen und den teils recht eigentümlichen Überblendungen, dann auch schon durchaus etwas surreal.

"Vampyros Lesbos" ist sicherlich kein Meilenstein des Horror oder Erotikkinos aber nicht ganz zu unrecht hat ihn jemand in einem Review mal als "The Citizen Kane of European exploitation" betitelt. Denn irgendwie verbindet er alle Elemente die dieses Genre ausmachen zu einem optisch beeindruckenden Erlebnis, dass man zwar des Öfteren eher belächelt, aber nichts desto trotz auch heute noch begeistern kann. Wer allerdings Gewalt und Sex erwartet dürfte enttäuscht werden. Gesehen haben sollte man den Film auf jeden Fall einmal, und sei es nur um mit eigenen Augen zu sehen, zu was Jess Franco in der Lage ist, bzw. wenn man sieht was er danach gedreht hat, wozu er in der Lage war.

Coffy (1973)
Die erste zusammenarbeit zwischen Regisseur Jack Hill und der damals vollkommen unbekannten Pam Grier. Hill hatte sie wohl durch Zufall kennengelernt und ihr dann das Drehbuch von "Coffy" auf den üppigen Leib geschrieben. Durch "Shaft" war Anfang der 70er Jahre die schwarze Bevölkerung in den USA als große, bis dahin oftmals vernachlässigte Zielgruppe entdeckt worden, die anschließend - bis Ende der 70er Jahre - mit speziell auf die Zielgruppe ausgerichteten Filmen bedient wurden. Hill wurde zu einem der erfolgreichsten Regisseure der Blaxploitation-Ära.

Die Story von Coffy ist dabei typischer Rache- und Selbstjustizstandard. Coffy (Pam Grier) muss mitansehen, wie ihre kleine (11-jährige !!) Schwester an einer Überdosis stirbt. Um die Schuldigen zu finden macht sie sich an den Gangsterboss King Georg ran und bekommt recht schnell einen Einblick in die Szene und lernt auch die Hintermänner (natürlich vornehmlich weißes Establishment) kennen. Sie setzt ihre weiblichen Reize ein um sich das Vertrauen der Bosse zu erschleichen und nimmt blutige Rache an dem Drogensyndikat.
Wie gesagt, wenig Neues. Neu war hingegen die Einführung einer toughen, knallharten (farbigen) Protagonistin, die auch nicht davor zurückschreckt ihren Körper für ihre Ziele einzusetzen. Hill hatte laut Gerüchten vollkommen freie Hand, nur Gewalt und Sex sollte der Film enthalten. Mit diesem Freibrief hat er dann auch das Maximum aus diesem Film herausgeholt. Neben reichlich nackter Haut bietet der Film eine Vielzahl an blutigen Szenen, und das nicht erst, wenn Pam Grier am Ende mit dem Schrotgewehr aufräumt.
Neben der kompromisslosen und expliziten Inszenierung fällt vor Allem der geniale Funk und Soul Soundtrack auf, der wohl mit zum Besten gehört, was in diese Richtung jemals produziert wurde. Pam Grier wurde durch den Film zur Ikone des Blaxploitation-Genres und der Film bietet auch heute noch großartige Unterhaltung und hat nichts von seinem Funk verloren.

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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Ulthar: 23.02.2009 14:28.

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weiter gehts:

Foxy Brown (1974)
Ein Jahr nach dem Erfolg von Coffy drehten Jack Hill und Pam Grier wieder gemeinsam. Der ursprünglich als Fortsetzung von Coffy gedachte Film wurde letztlich doch als eigenständiger Film gedreht, auch wenn er sowohl thematisch, wie auch inhaltlich eng mit Coffy verwandt ist.
Wieder ist Pam Grier die Heldin (diesmal spielt sie die Polizistin Foxy Brown). Als ihr Freund, ein Undercover-Cop, bei einem Einsatz stirbt, schwört sie blutige Rache und schleußt sich dazu als Callgirl in die Drogenszene ein. Wie gesagt, die Geschichte bietet wenig Neues, aber sie funktioniert auch hier bestens. Hill hält am Erfolgsrezept Sex und Gewalt fest und zeigt einen 90 minütigen Rachefeldzug, der keinen Schuldigen verschont. Pam Grier darf einmal mehr mit ihren Reizen und ihrer Ausstrahlung überzeugen und mit Sid Haig (der auch schon in Coffy dabei war) und Antonio Fargas gibt es wieder echte Exploitation und B-Movie Prominenz unter ihren Gegnern.
Auch Foxy Brown funktioniert als das was er ist - ein knallharter Exploitation Selbstjustizkracher - perfekt, auch wenn Hill hier inszenatorisch nicht mehr an die Wucht und Härte von Coffy herankommt. Foxy Brown machte Pam Grier endgültig zu einem Star der 70er Jahre und ist heute erstaunlicherweise weit bekannter als Coffy. Müsste ich mich zwischen beiden entscheiden, würde meine Wahl klar auf Coffy fallen, aber wieso soll ich mich entscheiden, wenn ich auch beide haben kann? Augenzwinkern

Brigade Black Panther aka. The sexy killer (1976)
Die Shaw-Brothers waren schon immer bekannt dafür Trends zu erkennen und diese auch für ihre eigenen Filme zu nutzen. Erinnert sei nur an die Kooperation mit den klassischen britischen Hammerstudios, die zu dem so eigenwilligen, wie genialen "Die sieben goldenen Vampire" führte, oder aber die Produktion des Car-Chase-Krachers "Cannonball". Aber nicht nur in der Kooperation mit den westlichen Studios verstanden sich Hongkongs B-Movie Produzenten Nr.1 bestens. Das zeigt sich bei "Brigade Black Panther" - der deutsche Titel ist irgendwie seltsam, da die titelgebende Brigade im Film überhaupt nicht vorkommt oder erwähnt wird. Der Film ist im Prinzip nichts anderes als ein Rip-off der Jack Hill/Pam Grier Filme Coffy und Foxy Brown. Damit dürfte klar sein, wir befinden uns wieder im Bereich der Frau-nimmt-blutig-Rache Filme.

Chen Ping (die zur damaligen Zeit bis zu 10 Filme pro Jahr für die Shaw Brothers drehte) spielt eine Krankenschwester, in derem Leben alles bestens Verläuft, bis ihre Schwester auf Drogen gesetzt und vergewaltigt wird. Von da an gibt es nur noch eins: Rache.
Dazu gibt sich Chen Ping als Nutte aus und versucht so an den Boss des Drogenkartells zu kommen und ihn zu töten, doch schon bald wird sie durch korrupte Cops und ihren Freund, einen schleimigen Politiker, verraten und soll sterben.
Regisseur Suen Cheung hat hier einen wirklich guten Beitrag abgeliefert. Die Optik stimmt, die Action ist hart und wenn die Heldin am Schluß mit der Schrotflinte gleich reihenweiße die Drogendealer abknallt gibt es auch für Fans von reichlich Kunstblut einiges zu sehen. Dazwischen besticht der Film durch eine enorme Freizügigkeit (zumindest für den Asiatischen Bereich), da vergeht kaum eine Szene in der die Hauptdarstellerin nicht ihre Brüste in die Kamera hält und auch sonst ist alles recht offenherzig gestaltet. Die Action ist nett choreographiert, aber irgendwie sieht man doch immer wieder das hier gewaltig daneben geschlagen wird.
Der Film, der sichtlich an den Pam Grier Filmen angelehnt ist, kann dabei aber mit einr durchweg schöneren und professionelleren Optik überzeugen als die Vorgängen aus den USA. Dazu hat man Chen Ping eine durchaus glaubwürdige Hauptdarstellerin gefunden, die sowohl die harte als auch die verführerische Seite wunderbar verkörpert. Der Rest der Darsteller wird da ganz klar in den Hintergrund gedrängt und fällt auch kaum auf, denn am Ende sind sie eh alle tot.

Die Shaw Brothers haben mit "The sexy Killer" einen wirklich gelungenen Beitrag zum Thema Exploitation Kino produziert, der zwar immer irgendwo zwischen Antidrogenkampagnen-Werbefilm und 70er Jahre Softerotik -Trash hin und her pendelt, dabei aber doch eine Menge Spaß macht. Sicher nicht einer der besten Shaw Brothers Filme, aber bei der Masse an Produktionen kann ja auch mal ein etwas schwächerer Film rauskommen.

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diesmal keine Filmtipps, sondern ein Video und ein bischen Background zu Jess Franco:

Zunächst das Video der Verleihung des spanischen Filmpreises Goya, bei dem Jesus "Jess" Franco für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Hier also das Video, das die Laudatio und Francos Dankesrede, sowie einen netten Zusammenschnitt seines Schaffens zeigt:



Spaßig zu sehen, wie Oscarpreisträgerin Penelope Cruz und die sonstigen Stars des spanischen/spanisch-sprachigen Films Standing Ovations für den König des Euro-Exploitation Films geben großes Grinsen

wie schon bei "La Mansión de los muertos vivientes" und auch "Vampyros Lesbos" geschrieben, finde ich persönlich Francos Filme teilweise sehr gut, aber teilweise hat der Mann auch unglaubliche Graupen inszeniert.
ZUnächst ein paar Zahlen: Franco hat von 1957 bis 2008 bei 186 Filmen Regie geführt, damit dürfte er wohl einer der Regisseure mit den meisten gedrehten Filmen sein, dass sind deutlich über drei Filme pro Jahr und wenn man sich mal anschaut, dass Franco in den letzten Jahren recht wenig gedreht hat, dann ist das schon erstaunlich.
Seine absolute Hochzeit hatte Franco in den 70er und zu Beginn der 80er Jahren, wo er teilweise 12 Filme pro Jahr gedreht hat.

Franco ist so etwas wie der König des spanischen Exploitation Films, bzw. des europäischen Exploitationfilms. Dabei gibt es eigentlich kein Genre, dass Franco noch nicht bearbeitet hat. Zunächst drehte er vornehmlich Thriller und Krimis, teilweise auch für das spanische Fernsehen, bevor er in den 70er Jahren vermehrt in Richtung Splatter, Erotik, Sleaze und Horror tendierte. In den 80er Jahre folgte dann eine Phase in der Hardcore-Pornos drehte, was letztlich nur eine konsequente Steigerung seiner Sexploitation und Sleaze Filme aus den 70ern war.
Seine besten Filme drehte Franco unbestritten zwischen 1967 und 1971, als er unter Anderem die "Dr. Fu Manchu" Filme mit Christopher Lee drehte. Auch sein wohl bekanntester Film "Vampyros Lesbos" fällt in diese Zeitspanne. Dazu kommen die ebenfalls beachtenswerten "De Sade 70" (ebenfalls mit Lee), "Nachts wenn Dracula erwacht" (mit Lee, Kinski und Herbert Loom) und "Der Hexentöter von Blackmoore" (auch wieder mit Lee).
Deutlich bergab mit der Qualität ging es dann Ende der 70er Jahre und eigentlich auch bis heute. Erwähnt seien hier nur die am ehesten noch bekannten Mondo Canibale 3+4, "Oase der Zombies", "Ilsa - Haus ohne Männer", diverse Frauenknastfilme und "Jungfrau unter Kannibalen"

hier noch ein paar Links:
http://www.schnitt.de/233,1059,01
http://www.terrorverlag.de/events/franco/index.htm
http://www.bcult.it/review_artist.asp?id=283

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