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Autor Beitrag
Thema: The Loved Ones (2009)
Preacher666

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Hits: 2.173
The Loved Ones (2009) 28.09.2010 08:12 Forum: Filme


Genre(s): Horror/Slasher/Folter
Herstellungsland: Australien
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Sean Byrne
Darsteller:
Xavier Samuel
Robin McLeavy
Victoria Thaine
Jessica McNamee
Richard Wilson
John Brumpton
Fred Whitlock











Der etwas andere Liebesfilm

Zugegeben. Die Taglines des australischen Horrorfilms „The Loved Ones” (You don’t have to die to go to hell/ Don’t break her heart/ Prom night can be torture) verheißen nichts Gutes und weisen ziemlich eindeutig Richtung hirn- und belangloser 0815 Teenieslasher Volume 1000. Von diesem ersten Eindruck sollte man sich jedoch nicht täuschen und dadurch von einem Kino-Besuch abbringen lassen, denn was Regisseur und Drehbuchautor Sean Byrne dem geneigten Horrorfan unter dem harmlosen Titel „The Loved Ones“ vorsetzt, ist ganz schön harter (und qualitativ hochwertiger) Tobak.

Byrnes Spielfilmdebüt „The Loved Ones“ beginnt ähnlich wie vor einigen Jahren „Disturbia“ mit einem folgenschweren Autounfall, der den Hauptcharakter verständlicherweise in eine gewaltige Depression stürzt. Abgetragene Hemden, langes ungepflegtes Haar, Drogen, selbstzugefügte Wunden und einsame Spaziergänge mit dem Hund und lauter Musik bereiten nicht nur Brents Mutter sondern auch seiner Freundin Kopfzerbrechen. Es scheint fast so, als würde er an dem Unfall langsam aber sicher zu Grunde gehen. Aus diesem Grund misst er der Bitte seiner ansonsten eher unauffälligen Kollegin Lola, ihn doch zum Abschlussball zu begleiten, auch keine besondere Bedeutung bei, weist sie mit einem Hinweis auf seine Freundin zurück und vergisst die Situation augenblicklich wieder - Lola jedoch nicht. Brent wird kurzerhand von ihrem nicht minder gestörten Vater entführt und für ein ganz persönliches Abschlussfest vorbereitet.

Was auf den ersten Blick vielleicht nicht sonderlich innovativ klingen mag entwickelt sich unter Sean Byrnes toller Regie zu einem kleinen Folterhorror-Meilenstein. Vor allem dank der tollen Figureneinführung und -entwicklung, den spielfreudigen Darstellern, der flüssigen und spannenden Umsetzung und der gut durchdachten psychologischen Note des Films hebt sich „The Loved Ones“ angenehm vom Gros ähnlicher Produktionen ab. Alles Punkte, die im Normalfall keinesfalls selbstverständlich mit einem (High-School-)Folterhorrorfilm in Verbindung gebracht werden können.

Es soll jetzt natürlich nicht der Eindruck entstehen dem Film würden die wichtigsten Zutaten eines Folterfilms, nämlich Irrsinn, Kreativität, Schmerzen, Brutalität, Angst und Blut fehlen. Dank des mehr als nur gestörten Entführerduos leidet der Hauptcharakter in einer Intensität wie schon lange nicht mehr. Gescheiterte Fluchtversuche werden mit Nägeln und Salz bestraft, Besitzansprüche auf der Brust verewigt und Erinnerungen mit dem Bohrer entfernt - The trick is not to go too far. Just enough to break through the skull. Mehr als einmal zuckt man vor Abscheu und Unglauben im Kinosessel zurück und wünscht Brent - dank der genialen Figureneinführung und ganz ungewöhnlich für einen Folterfilm - eine möglichst rasche und unbeschadete Flucht. Dieser Wunsch wird klarerweise nicht erfüllt.

An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass es der genialen Regiearbeit und dem gut durchdachten Drehbuch zu verdanken ist, dass „The Loved Ones“ trotz einiger fast schon irrwitziger Ideen nie ins Lächerliche oder Absurde abrutscht, aber trotz aller Härte und Brutalität für den ein oder anderen Lacher gut ist.

Einziger Wehrmutstropfen ist meiner Meinung nach eine etwas inkonsequent eingeführte Parallelhandlung, die zwar die Auswirkungen einer solchen Bluttat auf die davon (un-)mittelbar betroffenen Personen gut veranschaulicht, aber sich nicht wirklich logisch in das restliche Storygerüst einfügt. Dafür hätte man auf die 84 Minuten Laufzeit ruhig noch ein paar Extra-Minuten drauflegen können.

Fazit
„The Loved Ones“ ist ein spannender, gut durchdachter, blutiger und vor allem erwachsener Horrorfilm, der Regisseur Sean Byrne eindeutig für höhere Weihen empfiehlt.

Kritik + Wertung
Thema: Amer (2009)
Preacher666

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Hits: 1.573
Amer (2009) 28.09.2010 07:52 Forum: Filme


Genre(s): Horror/Thriller
Herstellungsland: Belgien/Frankreich
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Hélène Cattet/Bruno Forzani
Darsteller:
Marie Bos
Delphine Brual
Harry Cleven
Bianca Maria D'Amato
Cassandra Forêt
Charlotte Eugène Guibeaud
Bernard Marbaix
Jean-Michel Vovk





Wäre Argento tot, würde er im Grab rotieren

Der Film „Amer“ des belgischen Regie- und Drehbuch-Duos Hélène Cattet und Bruno Forzani wird vielerorts als äußerst gelungene Hommage an das Giallo-Genre der 70er Jahre und als genialer Hybrid der Werke Bavas, Argentos, Fulcis und Fernando di Leos gefeiert. Im Zuge dessen heimste „Amer“ auch schon diverse Festival-Preise ein und weckte eine gespannte Erwartungshaltung beim Publikum des diesjährigen Fantasy Filmfests. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich der Streifen jedoch lediglich als belanglose und (was weitaus gravierender wirkt) völlig unzusammenhängende Aneinanderreihung möglichst künstlerischer, möglichst symbolhafter und dabei möglichst unverständlicher Szenen, die zu einem Großteil aus extremen Nahaufnahmen, eigenwilligen Schnitten und wirren Kameraeinstellungen bestehen und beinahe ohne Dialoge auskommen.

Dabei beginnt „Amer“, dessen grobstrukturierte Handlung in jeweils drei verschiedene Lebensabschnitte der weitgehend stummen Hauptdarstellerin Ana (Kindheit, Pubertät und Erwachsensein) eingebettet ist, sehr stimmungsvoll. In einer spannend inszenierten Sequenz im unheimlichen Familienanwesen entwendet die Tochter des Hauses eine alte Taschenuhr aus den Fingern ihres toten Großvaters und wird daraufhin in bester Horrormanier von dessen furchterregender Bediensteter und seltsamen sie durchs Schlüsselloch beobachtenden Augen geplagt. Nach diesen spannenden ersten zehn Minuten entgleist der Film jedoch völlig, verliert sich immer mehr in wilden Farbwechseln, Übergängen, Wiederholungen, Close-ups und Zeitlupensequenzen bis ein Schnitt die Handlung ohne weitere Erklärungsversuche und ohne jemals wieder auf die gezeigten Geschehnisse einzugehen einige Jahre in die Zukunft katapultiert. Der folgende Abschnitt soll anscheinend die erwachende Sexualität des Mädchens veranschaulichen und die Beziehung zu ihrer Mutter erläutern. Dies geschieht jedoch so elegisch und spannungsarm, dass man sich als Zuschauer am liebsten aus seinem Sitz erheben und selbst für Fortschritte auf der Leinwand sorgen würde. Selbstverständlich läuft auch dieser Abschnitt weitgehend dialoglos ab, bietet zwar extrem lange, nicht endend wollende Einstellungen eines kurzen Röckchens, das vom Wind bewegt wird, aber keinerlei neue Erkenntnisse oder Handlungsfortschritte. Nach einer ordentlichen Ohrfeige der Mutter folgt wieder ein Zeitsprung und wir befinden uns knapp zehn Jahre in der Zukunft. Die erwachsene Hauptaktrice kehrt in ihr Geburtshaus zurück, erlebt sinnliches auf einer Taxirückbank und in einer Badewanne (mit Hilfe eines Kamms) und wird in den letzten Filmminuten mit einem lederbehandschuhten Killer konfrontiert (eine vage Vermutung meinerseits, denn so wirklich klar wird der Film an keiner Stelle). Das Ende von „Amer“ präsentiert sich schließlich wie (auf Grund des restlichen Filmverlaufs) bereits erwartet: abrupt, deplatziert und ohne weitere Erläuterungen.

Wenn schlussendlich der Titel des Streifens und die Credits über die Leinwand flimmern, kann man sich als Kinobesucher nur an den Kopf fassen, ungläubig darüber staunend, welch substanzlose Stilübung einem gerade vorgesetzt wurde. Keine wirklich zusammenhängende Handlung, nahezu keine Spannung, kein tieferer Sinn und keine Dialoge, sondern lediglich Giallo-Farbenlehre, fetischisierte Nahaufnahmen und nicht enden wollende Western-Close-Ups. Das wiederum ist jedoch einfach (viel) zu wenig um 90 Minuten Film zu füllen.

Fazit
Im Falle dieses Films davon zu sprechen, dass Stil über Substanz dominiert wäre die Untertreibung des Jahrhunderts und ihn mit den Werken Argentos und Bavas auf eine Stufe zu stellen ein unverzeihlicher Frevel. Meiner Meinung nach ist „Amer“ ein synthetisch aufgeblasenes, absolut langweiliges Pseudo-Kunst No-Go bei dem nicht eine einzige Szene einen Kinobesuch rechtfertigt. Im Prinzip ist der Film eine Beleidigung des zahlenden Publikums.

Kritik + Wertung
Thema: Reykjavik Whale Watching Massacre (2009)
Preacher666

Antworten: 1
Hits: 2.233
Reykjavik Whale Watching Massacre (2009) 28.09.2010 07:46 Forum: Filme


Alternativtitel: Harpoon: Reykjavik Whale Watching Massacre / R.W.W.M.
Genre: Horror
Herstellungsland: Island
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Júlíus Kemp
Darsteller:
Pihla Viitala
Nae
Terence Anderson
Miranda Hennessy
Aymen Hamdouchi
Carlos Takeshi
Miwa Yanagizawa
Halldóra Geirhar sdóttir
Gu laug Ólafsdóttir
Snorri Engilbertsson
Gunnar Hansen
Ragnhildur Steinunn Jónsdóttir











Meine Kritik

Was für ein Titel. Was für ein Cover. Was für eine Enttäuschung.

„Reykjavik Whale Watching Massacre“, der erste isländische Horrorfilm seiner Gattung, weist nicht nur mit dem (absolut genialen) Filmtitel und dem tollen DVD-Cover überdeutlich in Richtung seines großen Vorbildes - Tobe Hoopers Backwood-Slasher „Texas Chainsaw Massacre“ - sondern präsentiert als besonderen Fan-Bonus auch noch den Isländer Gunnar Hansen, welcher Leatherface in eben diesem Kultklassiker darstellte, in einem kurzen Cameo-Auftritt als Schiffskapitän. Des Weiteren bietet der Streifen einerseits einen interessanten neuen Schauplatz - Walfangkutter - für die immer gleiche Story rund um eine brutale, inzestuöse, kannibalisch veranlagte und ganz offensichtlich irre Familie, die sich mit Morden bei Laune hält und andererseits dutzende mehr oder weniger kreative Tötungsszenen. Das war es dann aber im Großen und Ganzen auch schon mit positiv erwähnenswerten Punkten.

Trotz der durchaus vielversprechenden Grundsituation scheitert der Film nämlich an dem offensichtlichen Unvermögen von Regisseur Júlíus Kemp und Drehbuchautor Sjón Sigurdsson Spannung bzw. Stimmung aufzubauen und dümpelt so langweilig und unlogisch von einem Mord zum Nächsten, dass man versucht ist das zweifelhafte Filmvergnügen vorzeitig zu beenden. Vor allem die absolut überzogene, zusammenhanglose und wirre Abfolge von brutalen Szenen in Kombination mit den unterirdischen Dialogen macht es selbst dem geneigten Horrorfan nicht gerade einfach dem Film mehr als ein müdes Lächeln abzugewinnen. Dass die isländische Slasherproduktion „R.W.W.M.“ mit „Blutgericht in Texas“ in keinster Weise mithalten kann, sollte natürlich jedem einschlägig vorbelasteten Zuschauer von vornherein klar sein. Trotzdem bergen sowohl die banale und an vielen Stellen einfach nur überwältigend jämmerliche Regiearbeit als auch das unzusammenhängende und löchrige Drehbuch gemeinsam mit den wirklich unterirdisch schlechten Darstellern und der miesen Bildqualität durchaus noch negatives Überraschungspotential. Ganz nebenbei bemerkt ist auch die deutsche Synchronisation eine Katastrophe.

All diesen offensichtlichen Mängeln zum Trotz hat der Film - dank der zuvor bereits erwähnten kreativen Kills und der unfreiwillig komischen Dialoge - streckenweise durchaus das Potential eine Männerrunde, die genügend Bier zur Verfügung hat, ansprechend zu unterhalten. Abgesehen davon ist es außerdem eine nahezu bewundernswerte Kunst einen Film so gründlich gegen die Wand zu fahren und trotzdem, mit viel Blut und ein paar kranken Einfällen (Stichwort: Harpune), den Backwoods-Fan lange genug bei der Stange zu halten, um ihn mit einem netten Schlussgag zu amüsieren und zumindest etwas besänftigt in die Nacht zu entlassen.

Fazit
Wenn man „R.W.W.M.“ losgelöst von Handlung, Darstellern, Dialogen, Spannungsaufbau und Synchronisation betrachtet und ausschließlich auf dessen kreative Splatterszenen reduziert, ist der Film unter Umständen einen Blick wert. Denn es wird munter drauflos geschossen, geköpft, erstochen, verbrannt und harpuniert, als ob es guten Geschmack und Pietätsgefühl in Filmen nie gegeben hätte. Für reinrassige Gorehounds somit durchaus zu empfehlen, für Ottonormalverbraucher und Menschen, die mehr als nur sinnlose Tötungssequenzen benötigen um sich gut zu unterhalten, sicherlich nicht. Wieder einmal ein Film der verschenkten Möglichkeiten.

Kritik + Wertung
Thema: Predators
Preacher666

Antworten: 4
Hits: 5.919
18.07.2010 19:36 Forum: Filme


Obwohl Henning schon nahezu alles über Predators gesagt hat was es zu sagen gibt, geb ich da auch gerne mal meinen Senf dazu:

Nichts Neues im Dschungel

„Predator“, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle, zählt sicherlich zu den besten (und rücksichtslosesten) Sci-Fi-Actionfilmen der 80er und 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, wobei die steirische Eiche nach „Conan“ und „Terminator“ ein weiteres Mal seine Dominanz am Actionparkett unter Beweis stellen konnte. Nicht nur John McTiernans („Stirb Langsam“) genial flüssiger Regiearbeit, Alan Silvestris packendem Score und den durch die Bank passend besetzten Schauspielern sondern vor allem Special-Effects-Guru Stan Winston ist es zu verdanken, dass dieser Mix aus großspuriger Söldneraction, Vietnamkriegsatmosphäre, Sci-Fi-Thematik und Survival-Movie noch mehr als 20 Jahre nach seiner Uraufführung nichts an Faszination verloren hat. Winston gelang der Geniestreich abseits von üblichen Außerirdischen-Klischees einen furchterregenden Hightech-Killer zu schaffen, der Dank überragender Bewaffnung, perfekter Tarnung, übermenschlicher Stärke und einem ausgeprägten Jagdinstinkt nahezu unbesiegbar ist. Wenig verwunderlich wurde bereits drei Jahre später (1990) mit „Predator 2“ die (Menschen-)Jagdsaison erneut eröffnet, wobei sich diesmal Danny Glover als schwer zu erlegende Predator-Beute präsentieren durfte. Die Gewaltschraube wurde nochmals ordentlich angezogen und das Setting vom Dschungel Zentralamerikas in den Großstadtdschungel von Los Angeles verlegt. Auch Teil zwei überzeugt noch zwei Jahrzehnte später durch coole Sprüche, gut choreographierte Actionszenen, eine tolle Story, passende Darsteller und ein innovatives Ende.

Jetzt, mehr als 20 Jahre nach Teil eins der Reihe und ein Sequel sowie zwei „Alien vs. Predator“-Spin-Offs später (Comics, Bücher und Videogames außen vor gelassen) befinden wir uns dank Nimrod Antal („Kontroll“) zurück im Dschungel. In „Predators“, der 40 Millionen Dollar teuren zweiten Fortsetzung der Reihe, die von Robert Rodriguez Troublemaker Studios produziert wurde, schickt sich eine Gruppe von Soldaten und Auftragskillern, rund um Adrien „Der Pianist“ Brody an, im Kreuzfeuer mehrerer Jäger zu überleben.

Der neueste Ableger des Franchise beginnt durchaus vielversprechend. Eine Gruppe teilweise schwerbewaffneter Soldaten, Killer und Auftragsmörder (u.a.: Adrien Brody, Danny Trejo, Alice Braga) erwacht im freien Fall und landet höchst unsanft in einem ihnen unbekannten Dschungel. Die unterschiedlichen (Klischee-)Charaktere - der schweigsame Yakuza, der tumbe russische Soldat, der coole, abgebrühte amerikanische Söldner - schließen sich zu einer schlagkräftigen Gruppe zusammen und arbeiten sich in bester Schwarzenegger-Manier durch den dichten Dschungel, auf der Suche nach dem Grund ihres Aufenthalts und einem Ausweg aus ihrer Misere. Rasch begreifen sie, dass sie Teil eines perfiden Spiels sind und sich mit weit gefährlicheren Killern konfrontiert sehen als jemals zuvor.

Wer mit der Ausgangssituation der ersten beiden Teile vertraut ist findet sich auch in Teil drei sehr schnell zu Recht, da sich die filmischen Neuerungen auf die Wahl neuer Schauspieler, einer größeren Anzahl von Jägern und einem (zumindest geographisch) unterschiedlichen Setting beschränken. Der Rest ist Action vom (optisch makellosen) Reißbrett, verliert vom rasanten Beginn an immer mehr an Fahrt und beschränkt sich knapp 100 Minuten lang auf vorhersehbare und streckenweise unlogische Aktionen und überflüssige Dialoge der Darsteller, um in einem zu 100% innovationslosen und geklauten Finale zu gipfeln. Der sprichwörtliche rote Faden des Films zieht sich nach dem allseits bekannten 10-kleine-Negerlein-Prinzip von einem vorhersehbaren Opfer zum nächsten, ohne dass der Film auch nur annähernd seine FSK-18 Einstufung ausreizt, wodurch „Predators“ wie eine brav recycelte Version des Originals mit mehr menschlichen Protagonisten und mehr außerirdischen Gegnern wirkt.

Doch wo Schatten ist, ist bekanntlich auch Licht: Die Effekte sind state-of-the-art (die anfängliche Fallschirmszene vor klar erkennbarer Green-Box mal ausgenommen), die Bewaffnung beider Seiten ist mehr als nur eindrucksvoll, der Dschungel ist solide in Szene gesetzt, einige tolle (aber ziemlich harmlose) Blutszenen wurden ebenfalls eingestreut und viele kleine Reminiszenzen an Vorgänger und Comics, wissen zu begeistern.

Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass dieser Film wohl besser als Direct-to-DVD Premiere aufgehoben gewesen wäre. Bezeichnend dafür ist die Einführung einer internen Predator-Fehde, die so beiläufig passiert, als gebe es im Predator-Universum nichts Wichtigeres als den nächsten aufgespießten Killer. Der interessante Ansatz wird somit augenblicklich im Keim erstickt. Überflüssig zu erwähnen, dass auch dem genialen Danny Trejo („Desperado“, „From Dusk Till Dawn“) keinerlei Raum zur Entfaltung eingeräumt wird. Es fehlt somit einfach das nötige Gespür für Charakterentwicklung und spannenden Szenenaufbau, das Quäntchen Kreativität, einfach irgendetwas abseits der ausgetretenen böser/guter Held Pfade und optisch beeindruckender, aber kalter und daher auf Dauer langweiliger, Effekte.

Fazit
„Predators“ ist ein durchschnittliches DVD-B-Movie, das in vielen Belangen wie eine erzwungene Kopie von Teil eins des Predator-Franchise wirkt und nur durch gute Effekte und verschiedenste Ballereien in schöner Umgebung überzeugen kann, aber jede aufkommende kreative Idee und Spannung sofort durch schlechte Dialoge, vorhersehbare Handlungsabläufe und Logiklöcher im Keim erstickt.

Kritik + Wertung
Thema: Triangle (2009)
Preacher666

Antworten: 0
Hits: 3.316
Triangle (2009) 10.03.2010 00:17 Forum: Filme


Herstellungsland: Australien
Erscheinungsjahr: 2009
Genres: Horror/Mystery/Thriller
Regie: Christopher Smith
Darsteller:
Melissa George
Liam Hemsworth
Rachael Carpani
Emma Lung








Meine Kritik:

Sisyphos auf hoher See

Der englische Regisseur und Drehbuchautor Christopher Smith hat sich, mit seiner mehr als nur gelungenen Horrorkomödie „Severance“ und dem Slasher „Creep“, in Fankreisen bereits einen Namen gemacht, entzieht sich jedoch, trotz dieser klaren Tendenz zum Horrorgenre, jeder Kategorisierung. Sowohl „Severance“ als auch „Creep“ sind zwar eindeutig dem fantastischen Film zuzuordnen, unterscheiden sich aber in Stil und Machart grundsätzlich voneinander. Während „Severance“ ganz klar auf übertriebene Gewalt, lockere Sprüche und coole Darsteller setzt, konzentriert sich „Creep“ mehr auf eine düstere Atmosphäre und einen Slaher-typischen Killer. In diesem Sinne ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Smiths dritte Regie- und Drehbucharbeit (zwei Kleinstproduktionen aus den späten 90er Jahren nicht mitgerechnet) zwar erneut dem Horror huldigt, aber trotzdem eine neue Richtung einschlägt.

Die alleinerziehende Mutter Jess (Melissa George aus „30 Days of Night“ und „WAZ“) tritt mit fünf Freunden einen Segeltörn an, der sich dank einer gewaltigen Sturmfront, die das Boot kentern lässt, in einen Albtraum verwandelt. Auf der antriebslosen und umgedrehten Yacht hilflos im Meer treibend und um eine Person dezimiert, hadern sie mit ihrem Schicksal, als plötzlich ein alter und scheinbar verlassener Ocean Liner auftaucht, auf den sie sich retten können. Anstatt der ersehnten Hilfe durch das Schiffspersonal finden sie jedoch lediglich verlassene Gänge und leere Kojen vor. Ihre aussichtslose Lage verschlimmert sich mit jeder Minute, die sie an Bord verbringen…

Ich werde mich an dieser Stelle hüten etwas über den wirklichen Plot von „Triangle“ und dessen Twists zu verraten und würde auch jedem interessierten Horrorfan von der Betrachtung des Trailers abraten, da dieser wie so oft viele Überraschungen bereits vorweg nimmt. Die beste Art „Triangle“ zu genießen ist eindeutig sich unvorbereitet ins Kino zu setzen und von dem Gezeigten überraschen zu lassen. Nur so viel sei gesagt: die Story ist weder simpel gestrickt und schnell durchschaubar, noch einfach auf eine Eisamer-Killer-auf-Boot-Formel herunter zu brechen.

Darstellermäßig bewegt sich der Film weit über dem Genredurchschnitt, was natürlich vor allem an der starken Performance der Hauptdarstellerin liegt. Melissa George brilliert als psychisches Wrack mit starken Mutterinstinkten und gibt dem Film den Touch einer One-Woman-Show, wobei auch der restliche Cast durchwegs zu überzeugen weiß.

Wahrer Hauptdarsteller des Films ist jedoch der tolle Plot, der zwar durchaus einige Löcher - vor allem gegen Ende hin - aufweist, aber trotzdem fesselt und überrascht. Sehr komplex wird eine Finte nach der anderen abgearbeitet, ohne dass dabei Atmosphäre und Spannung zu kurz kommen würden. Auch das Setting rund um einen alten Ocean Liner, das mich etwas an „Ghostship“ erinnert hat, trägt zur bedrückenden und spannungsgeladenen Grundstimmung bei. Man bekommt trotz der offensichtlichen Nähe zu „Shining“ - ohne klarerweise dessen Genialität zu erreichen - einfach etwas nicht unbedingt gänzlich Neues, aber durchaus frisches serviert. Und verschlingt es als Horrorfan dankend.

Eines muss dem geneigten Betrachter jedoch klar sein. Der Film ist weit davon entfernt einfach stupide einen Mord nach dem anderen, nach Schema F, herunter zu spulen und mit einer 0815 Story nur peripher das Gehirn zu belasten. Es gibt auch nach dem Abspann nahezu keine Beantwortung der sich automatisch stellenden Wieso-Fragen und (sogar laut eines Interviews mit Christopher Smith) zumindest drei verschiedene Möglichkeiten das Ende von „Triangle“ zu interpretieren. In dem Sinne ein Genrefilm, der sich für längere Diskussionen rund um Inhalt, Bedeutung und klarerweise filmische Qualität geradezu aufdrängt.

Fazit
Melissa George überrascht in diesem komplexen und hochspannenden Horrorfilm, der trotz einiger Plotlöcher und einer verworrenen Story uneingeschränkt zu empfehlen ist. „Triangle“ ist somit einer jener Horrorfilme an denen kein Genre-Fan vorbeikommt.

Kritik + Wertung
Thema: Ninja Assassin (2009)
Preacher666

Antworten: 1
Hits: 4.277
Ninja Assassin (2009) 08.12.2009 22:18 Forum: Filme


Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Genre: Action
Regie: James McTeigue
Darsteller:
Randall Duk Kim
Naomie Harris
Sung Kang
Rick Yune
Rain
Ben Miles
Shô Kosugi











Meine Kritik

Wer hätte gedacht, dass der psychotischste und actionmäßig überdrehteste Film dieses Jahres ausgerechnet „Ninja Assassin“ sein würde?

Die Geschichte eines schwarz gekleideten Ninja-Attentäters, der sich im 21. Jahrhundert aufmacht seinen skrupellosen Boss und dessen dubioses Waisen-Assassinen-Lager zu vernichten und dabei mit Wurfsternen und Schwertern bewaffnet gegen Maschinengewehre und Handgranaten kämpft versprüht mehr als nur ein klein wenig 80er Jahre Flair. Dieses Gefühl eine sinnlose VHS-Actionperle auf der großen Leinwand zu verfolgen verstärkt sich noch dadurch weiter, dass dem zuvor genannten B-Storygerüst die Rettung einer holden Meid, sinnentleerte One-Liner, eine Hundertschaft an Gegnern, eine Prise mythische Ninja-Skills und eine brutale, in Rückblenden aufgearbeitete, Ninja-Trainings-Geschichte beigemengt wurden. Ehrlicherweise hätte es mich nicht im Mindesten gewundert, wenn „American Ninja“ Michael Dudikoff plötzlich aufgetaucht wäre und einem Bösewicht mal eben so einen Wurfstern um die Ohren gepfeffert hätte.

Wer sich an dieser Stelle fragt, ob man knapp 90 Minuten Laufzeit mit Kämpfen schwarzgekleideter Gestalten füllen kann, ohne das dabei Langeweile aufkommt der sein beruhigt. Es funktioniert sehr gut. Diverse Settingwechsel, eine Prise Humor, ein unglaublich hoher Bodycount und der gestählte Körper des Hauptdarstellers tragen Sorge dafür, dass Ermüdungserscheinungen erst gar nicht auftreten. Vielleicht hätte man sich bei genauerer Betrachtung die eine oder andere Rückblende sparen können um die Laufzeit zu straffen, aber das fällt nicht weiter negativ ins Gewicht.

Der Charakter des sich rächenden Ninjas Raizo (Rain aus „Speed Racer“) wird ohne große Überraschungen eingeführt, kann aber dank der brutalen Trainings-Leidensgeschichte recht leicht alle Sympathien auf seine Seite ziehen. Rain besitzt des Weiteren einen durchtrainierten Posterboy-Körper und genügend Charisma um nicht nur in den mannigfaltigen Kampfszenen zu überzeugen. Sho Kosugi als Ozunu, Vater der Waisenkiller, überzeugt durch sein hartes und kaltes Auftreten und einen wirklich außergewöhnlich guten Endkampf. Naomie Harris bleibt über die komplette Laufzeit des Films farblos und wirft die Frage auf warum man kein besseres zu beschützendes Objekt im Hollywood-Dickicht finden konnte.

Die Kampfszenen von „Ninja Assassin“ sind unglaublich gut choreographiert und brutal in Szenen gesetzt, schießen aber leider zumeist, was Schwerkraft und andere physikalische Grundgesetze betrifft, deutlich übers Ziel hinaus. Verstärkt wird dieser negative Eindruck durch digitales Blut und digitale matrixartige Effekte wie zum Beispiel eine in Zeitluppe geschwungene CGI-Kette. Dieses Manko, das aber schon im Trailer zu erkennen war, ist meiner Meinung nach die größte Schwachstelle von „Ninja Assassin“. Wenn sich die Macher getraut hätten echtes Blut zu vergießen und auf überzogene Computerspieleffekte zu verzichten, wäre ein wirklich brutaler und guter back-to-the-roots-Actionfilm entstanden, der sich vor ähnlich gelagerten älteren Produktionen nicht verstecken hätte müsste.

Trotzdem spritzt auch in „Ninja Assassin“ genügend echtes Blut um den Film zu einem heißen Kandidaten für die BPjS zu machen. Körper, Köpfe, Beine, Arme, Finger und Augen werden abgetrennt, aufgespießt und durchgeschlagen. Während des harten Grundlagentrainings der kleinen Ninjakinder, das die angehenden Killer über sich ergehen lassen müssen und das ihren Geist brechen soll, wird verbrannt, gedemütigt und ausgepeitscht. Ein Frauenkopf in einer eingeschalteten Waschmaschine soll hier als Beispiel für die harte, aber durchgehend übertrieben comiceske Gangart dienen.

Der neueste Streifen von James McTeigue („V wie Vendetta“) und den, obwohl es im Trailer einen anderen Eindruck erweckt, lediglich produzierenden Wachowski Brüdern ist somit ein überraschend harter Mainstreamstreifen, der aber durchaus sein Publikum finden dürfte und das obwohl der Film ein Genre vertritt, dass seit Jahren nicht mehr auf der großen Leinwand vertreten war und Blockbusterqualitäten nicht wirklich erahnen lässt.

Das Gefühl sich von einer over-the-top Actionszenen zur nächsten zu hanteln, ohne der Geschichte dahinter mehr Aufmerksamkeit als nötig zukommen lassen zu müssen, und sich an abgetrennten Köpfen, Beinen, Körperhälften und Händen erfreuen zu können, erfüllt den geneigten Action- und eventuell Ninjafan sicherlich mit grimmiger Genugtuung.

Fazit
James McTeigue und seine beiden Drehbuchautoren J. Michael Straczynski und Matthew Sand erzählen eine klassische Actiongeschichte in modernem Gewand mit einem interessanten Hauptcharakter, einer stringenten aber nicht unbedingt neuen Geschichte, jeder Menge Blut, einem Bodycount der „Phantom Kommando“ alle Ehre macht und einem tollen romantikarmen Ende, das endlich einmal eine pseudo Liebesgeschichte ausspart. Leider verlässt man sich auf offensichtliche CGI-Effekte und digitales Blut was in totalem Widerspruch zur Ninja-Thematik steht und schießt in etlichen Kampfszenen doch sehr deutlich übers Ziel hinaus.

Nachsatz
Definitiv ein Film bei dem mich eine eventuelle Fortsetzung wieder hinter dem Ofen hervorlocken würde, denn welcher Junge hat noch nie davon geträumt ein Ninja zu sein?


Kritik + Wertung
Thema: Sorority Row (2009)
Preacher666

Antworten: 0
Hits: 3.119
Sorority Row (2009) 10.11.2009 12:50 Forum: Filme


Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Genres: Thriller/Horror/Slasher
Regie: Stewart Hendler
Darsteller:
Briana Evigan
Leah Pipes
Rumer Willis
Jamie Chung
Margo Harshman
Julian Morris
Matt O'Leary
Caroline D'Amore







Meine Kritik

I know what you did a few months ago and therefore I will make you Scream

Zugegeben anno 2009 ist es nicht mehr so einfach wie in den 80er Jahren einen innovativen Horrorfilm auf die große Leinwand zu bringen, der die Vorstellungen der schnelllebigen (Horror-)Zielgruppe zwischen 15 und 25 Jahren bedienen kann, ohne dabei den Massenmarkt aus den Augen zu verlieren. Die Kettensäge und der Zahnarztbohrer sind als Motiv ebenso verbraucht wie der Folterkeller und die Riesenschlange. Sowohl billige Handkameras als auch neueste Digitalkameras und altehrwürdige Videokameras wurden schon Zeugen so manches Filmmaßakers. Nahezu jeder (Ex-)Hollywoodstar drang schon in die Untiefen des Horrorgenres vor. Kämpfte sich für einen Hungerlohn durch Splatter-, Tier-, Slasher-, Geister- und Zombie-Horrorfilme. Womit soll man das verwöhnte Publikum jetzt noch ködern? Dank „Saw“ und „Hostel“ sind schon die Jüngsten an extremste Gewaltdarstellung gewöhnt und dank diverser weiß bemalter asiatischer Mädchen fürchtet sich auch niemand mehr vor plötzlich auftauchenden und sich ruckelnd bewegenden Gestalten. Was liegt somit näher als auf den aktuellen Remake-Zug („Prom Night“, „Last House on the Left“, „Black Christmas“) aufzuspringen und mal eben eine Wiederauflage eines 80er Jahre Horrorfilms („The House on Sorority Row“), von dem noch keine Sau gehört hat, zu fabrizieren.

Nichts.
Womit wir uns auch schon wieder zurück beim Ausgangspunkt dieser Kritik befänden. „Sorority Row“, das neueste Machwerk von Stewart Hendler, dessen „Omen“-Kopie „Whisper“ mich 2007 durchaus positiv überrascht hat, ist eine bunte Mixtur bekannter (Slasher-)Zutaten, die um jegliche Neuerungen erleichtert und dafür um möglichst viele halbnackte Mädels bereichert wurde. Der Horrorstreifen startete Anfang September in den amerikanischen Kinos und spielte weltweit bisher mäßige zwölf Millionen Dollar ein. Das wiederum ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass Investitionen in ein vernünftiges Drehbuch keine Verschwendung darstellen sondern sich spätestens nach dem Releasetermin rentieren.

Apropos Drehbuch:
Jessica (Leah Pipes), Cassidy (Briana Evigan), Chugs (Margo Harshman), Ellie (Rumer Willis) und Claire (Jamie Chung) wollen sich gemeinsam an Garrett (Matt O'Leary) rächen, da er Megan (Audrina Patridge), ebenfalls Mitglied ihrer Clique, betrogen hat. Sie vertauschen die vermeintlichen Rufies (Anmerkung des Autors: Vergewaltigungsdroge) mit Vitamintabletten, bringen Megan dazu, sich Tod zu stellen und karren sie gemeinsam mit dem geschockten Garrett zu einem abgelegenen Ort, um dort vorzugeben, sie zu verscharren. Die vermeintlich Tote kann sich vor Lachen beinahe nicht halten, was Garrett aber nicht daran hindert sie, immer noch sicher sie sei Tod, mit einem ‚tire iron‘ aufzuspießen. Da Megan nun wirklich mausetot ist, wird sie in einen ausgetrockneten Brunnen geworfen und die Angelegenheit damit zu den Akten gelegt. Doch einige Monate später erhalten alle Beteiligten eine SMS mit eindeutigem Inhalt und der Schrecken beginnt von neuem.
Ein Schelm wer jetzt an „Ich weiß was du letzten Sommer getan hast“, „Scream“ oder „In drei Tagen bist du tot“ denkt.

„Sorority Row“ hackt routiniert ein (Genre-)Klischee nach dem anderen ab, ohne dabei in irgendeinem Bereich überdurchschnittlich gut zu sein. Es gibt zwar genug nackte Leiber für die Teeniegruppe unter den Besuchern, genug Gore für die Splatterfans und genügend Schockszenen für die verliebten Pärchen, aber die Mischung stimmt ganz und gar nicht. Trotz dieser Kompatibilitätsprobleme und der offensichtlichen Einfallslosigkeit des Films, fragt man sich zurzeit in Hollywood sicherlich warum die Kassa nicht wie erwartet geklingelt hat, obwohl nahezu alle derzeitigen (Horror-)Trends bedient worden sind. Der Film wurde mit knapp bekleideten It-girls versehen, um einen „Scream“-ähnlichen Killer erweitert, mit dutzenden Anspielungen auf derzeit hippe Teenieprodukte, wie Facebook, bereichert und mit einem popigen Soundtrack garniert. Die Antwort auf diese Frage ist aber ziemlich einfach. Diese Formel scheint sich am Papier zwar durchaus zu rechnen aber Gott sei Dank nicht in der Realität. Etwas Innovatives oder wenigstens durchgehend Unterhaltsames landet nämlich noch lange nicht auf der Leinwand, nur weil Rumer Willis und Co ihre Brüste präsentieren und der x-te vermummte Killer seine Waffen am Campus XY wetzt.

Wirklich tödlich schlechte Horrorfilmklischees wie der alte ‚Hier gibt es kein Netz‘ Plot sind für sich allein genommen im Normalfall schon ein Disqualifikationskriterium für jeden aktuellen Horrorstreifen. Wenn dann noch ‚Geh ich doch einfach mal allein in den Keller‘ und ‚Ignorieren wir doch alle Warnzeichen‘ Szenen hinzukommen greift man sich als horrorversierter Zuseher zunehmend oft auf den Kopf. Wenn schon toller Weise Facebook und andere Post-2000er Produkte erwähnt werden, kann man auch getrost annehmen, dass die Mädels zumindest einen Horrorfilm in ihrem Leben gesehen haben.

Ich will hier weder die Todesszenen, die wirklich gut gelungen sind schmälern, noch die Sprüche, die durchaus amüsant und teilweise rotzfrech von der Leinwand prasseln. Aber was hilft der coolste Kill, mit interessantem Mordwerkzeug, wenn dahinter nur eine vorhersehbare Story ohne Spannung steht? Was helfen geniale Sprüche, wenn jede Aktion der beteiligten Schauspielerinnen so vorhersehbar, wie das Wort zum Sonntag, ist? Was hilft der beste Killer, wenn er schauspielerische Laien durch absehbare (oder unlogische) Plottwists jagt? Und was helfen die längsten Bikini- und Party-Einstellungen schöner Mittzwanziger, wenn sie die Langeweile in der Mitte des Films nicht überbrücken können?

Fazit
„Sorority Row“ ist ein durchaus akzeptabler Film für Horrorneulinge und leicht Beeindruckbare, für ein erstes Date und eventuell einen planlosen, regnerischen Nachmittag. Mehr sollte man sich von diesem Machwerk aber auf keinen Fall erwarten. Der Film ist Horror vom Fließband, bietet keine neuen Ideen, keine übermäßig spannende Story und schon gar keine guten Darsteller(innen), versprüht wenig Horror und zeigt relativ wenig extreme Gewalt.
Deswegen lautet meine Empfehlung: Spart euch das Geld für den Kinobesuch und durchstöbert lieber wiedermal die Videothek eures Vertrauens nach einem verlorengegangenen (Horror-)Juwel.

Kritik + Wertung
Thema: Surrogates (2009)
Preacher666

Antworten: 4
Hits: 4.027
Surrogates (2009) 28.10.2009 18:32 Forum: Filme


Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Genres: Action/SciFi/Thriller
Regie: Jonathan Mostow
Darsteller:
Bruce Willis
Radha Mitchell
Rosamund Pike
Boris Kodjoe
James Francis Ginty
James Cromwell
Ving Rhames






Meine Kritik

Barbie und Ken auf Mörderjagd

Bruce Willis ist wohl der Held der ausgehenden 80er und frühen 90er Jahre. Mit Rollen wie jener des John McClane in „Die Hard“, des Joseph Cornelius in „Last Boy Scout“, des Butch Coolidge in „Pulp Fiction“ und des John Smith in „Last Man Standing“ hat er das Actiongenre geprägt wie kein anderer und ganz nebenbei dreckige Unterhemden und markige One-Liner zur neuesten Männermode erkoren. Ende der 90er kamen beachtliche Rollen in Filmen wie „Der Schakal“, „Das fünfte Element“, „Armageddon“ und schließlich „The Sixth Sense“ hinzu. Anfang des neuen Jahrtausends änderten sich jedoch die Sehgewohnheiten der Kinobesucher und Flops wie „Breakfast of Champions“ und „Kid“ folgten auf den Fuß. Man kann getrost behaupten, dass die Krimikomödie „Keine halben Sachen“ den einzigen wirklich guten Willis-Streifen im Zeitraum von 2000 bis 2005 markiert. In diesem Jahr schien sich der Actiongroßmeister schlussendlich mit „Sin City“ und anno 2006 mit „Lucky # Slevin“ langsam wieder im Actionolymp zu rehabilitieren. Mit einem weiteren Sequel seiner „Die Hard“-Reihe und einem Auftritt in „Planet Terror“ ging es kurz darauf einen weiteren großen Schritt Richtung Back-to-the-roots. Umso überraschender Bruce Willis, einen für mich eher bodenständigen Actionhelden, nun in einem glattpolierten SciFi-Film mit quasi-philosophischem Grundplot wiederzufinden.

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist es möglich einen menschenähnlichen Roboter, jeglichen Geschlechts und Alters, mittels Gedankenkraft zu steuern, seine gesamte Existenz auf diesen zu übertragen und somit quasi durch diesen zu leben. Dank dieser sogenannten Surrogates ist nichts mehr unmöglich. Es gibt nicht nur nahezu keine (sportlichen und sexuellen) Grenzen mehr sondern auch die Gelegenheit (je nach Vorliebe) seinen Alltag als junges Mädchen oder gereifter Gentleman zu durchlaufen. Dies führt zu einer Form der Sucht und der Entmenschlichung. Kurz nach Einführung der Surrogates wird nämlich bereits fast jede Aktion des täglichen Lebens von den menschenähnlichen Avataren durchgeführt. Der echte Mensch dahinter hält sich nur mehr in seinen eigenen vier Wänden bzw. in einer Art Ladekammer auf. Einige wenige Menschen rotten sich in maschinenlosen Ghettos zusammen und proben den Aufstand. In diesem aufgeheizten Umfeld kommt es zum ersten Mord seit Jahren - zwei Surrogates und ihre sie steuernden Menschen werden getötet. FBI-Agent Tom Greer (Bruce Willis) hängt sich zusammen mit seiner Partnerin (Radha Mitchell aus "Rogue" und "Silent Hill") an die Spur des Verdächtigen und durchlebt eine Jagd, die ihn an seine persönlichen Grenzen führt.

Die Grundidee des neuesten Bruce Willis Streifens ist auffallend gut wobei vor allem die doch sehr kontroverse Ausgangssituation zu überzeugen weiß. Zwar wurden ähnliche menschengleiche Roboter beziehungsweise steuerbare Avatare schon in „Westworld“ und vor kurzem in dem nicht unbedingt weltbewegenden „Gamer“ umgesetzt, aber nicht in diesem globalen Ausmaß. Somit bietet die Story durchaus Potential für einen tollen SciFi-Thriller alla „Blade Runner“.

Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass „Surrogates“ vom ersten Moment an verdammt klinisch und glattpoliert daher kommt und in vielen Momenten mehr an ein Computerspiel als an einen Kinofilm erinnert. Die Surrogates sehen extrem künstlich aus und erwecken einen dermaßen unwirklichen, Barbie-ähnlichen Eindruck, dass man sich nur schwerlich mit ihnen identifizieren kann. Es mag durchaus der Wahrheit entsprechen, dass dieser Umstand beabsichtigt ist, trotzdem wirkt es etwas übertrieben und vor allem emotionslos - in etwa so, als ob man Barbie und Ken 90 min dabei beobachten würde wie sie sich gegenseitig durch die Zukunft jagen. Aber selbst die wirklichen Menschen, die in slumartiger Umgebung wohnen, sehen nicht wirklich schmutzig und heruntergekommen aus, sondern wirken wie das, was sie auch sind, Darsteller in einem Film.

Des Weiteren verabsäumt „Surrogates“ jeglichen konsequenten Spannungsaufbau. Jeder Schritt des Hauptcharakters ist vorhersehbar und bei näherer Betrachtung entpuppen sich sogar die Plottwists als relativ langweilig. Lässt man die gute Idee und die kritischen Untertöne weg bleibt nur mehr ein langatmiges, durch einige gut gemachte Action-Szenen aufgepepptes, lebloses Gerüst über, das auf keinen Fall 90 min zu füllen vermag. Außerdem konnte ich mich den ganzen Film über nicht des Gedankens erwehren, dass mich der Stil von „Surrogates“ dramatisch an „Paycheck“ erinnert.

Auch Bruce Willis der, als einziger Hauptakteur, als Mensch durch die Handlung stolpern darf ist kein wirklicher Lichtblick und spielt wie nach einer Überdosis Valium. Als Draufgabe serviert Regisseur Jonathan Mostow ("Terminator 3", "U-571") wieder einmal ein Hollywoodende sondergleichen, dass der Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität, die in Tinseltown scheinbar vorherrscht, die Krone aufsetzt.

Fazit
Relativ gute Effekte, Bruce Willis, eine gute Idee und etwas Sozialkritik auf der Habenseite stehen Vorhersehbarkeit, Langeweile, zu klinischer Plastizität und einem Hollywoodende gegenüber. Was bleibt ist ein durchschnittlicher Zukunftsthriller, den man sich getrost ansehen kann, das Geld für die Eintrittskarte aber auch anderwärtig gut aufgehoben wäre.

Kritik + Wertung
Thema: Gamer (2009)
Preacher666

Antworten: 0
Hits: 2.028
Gamer (2009) 09.10.2009 16:31 Forum: Filme


Originaltitel: Gamer
Herstellungsland: USA
Genres: SciFi/Thriller
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor
Darsteller:
Gerard Butler
Milo Ventimiglia
Michael C. Hall
Amber Valletta
John Leguizamo
Alison Lohman






Meine Kritik:

Slayers, das Spiel der Spiele

Die Zukunft ist ein moralisch degenerierter Moloch aus Schmutz, Sex und Gewalt in dem selten die Sonne scheint, der Durchschnittsbürger nur in gewalttätiger Unterhaltung Befriedigung findet und generell alles um ein hundertfaches schlimmer ist als in der Gegenwart. Allzu bekannte menschlichen Verfehlungen werden bis zum Exzess gesteigert und bessere technische Möglichkeiten ausschließlich dazu genutzt degenerierte Spiele alla „Running Man“ zu entwickeln und auf ein begeistertes, mundtotes Publikum loszulassen um damit Millionen zu scheffeln. Willkommen in der Zukunft. Oder besser gesagt: Willkommen in jener Zukunft, die sich Regisseure, Drehbuchautoren und Produzenten in Hollywood schon seit Jahrzehnten erträumen. Willkommen in der Welt von „Rollerball“, „The Condemned“, „Death Race“ und Konsorten.
Willkommen in „Gamer“.

Gerard Butler, der schon als König Leonidas „300“ Recken in eine aussichtslose Schlacht führen und seine Muskeln spielen lassen durfte, befindet sich auch in „Gamer“ in einer hoffnungslosen Situation. Als Teilnehmer eines Life-Action-Spieles mit dem Titel Slayers, das privilegierten Spielern volle Kontrolle über einen zum Tode verurteilten Schwerverbrecher bietet, muss er 30 blutrünstige Kämpfe überstehen, um sich die Freiheit erkaufen zu können. Der 17jährige Simon (Logan Lerman aus „3:10 to Yuma“) steuert seinen Avatar Kable (Gerard Butler) in brutalen Straßenschlachten, nach dem Capture-The-Flag-Prinzip, angefeuert von Millionen zahlenden Zuschauern aus allen Ecken und Enden der Welt, von einem Sieg zum nächsten. Entwickelt hat dieses Spiel und sein Vorgängermodel Society - eine Art wirkliches Sims, in dem sich nahezu alles darum dreht, realen Personen Gewalt anzutun, sich von der Couch aus an sexuellen Ausschweifungen zu erfreuen und generell jede erdenkliche Perversion auszuleben, die man sich vorstellen kann - der Milliardär Ken Castle (Michael C. Hall aus der TV-Serie „Dexter“). Dieser ist alles andere als erfreut über Kables Siegesserie und versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass dieser auch sein dreißigstes Match gewinnt.

Diese nicht unbedingt neue, aber vielversprechende Ausgangssituation hat, gepaart mit einem sensationellen Trailer und dem Wissen, dass es sich bei den Machern von „Gamer“ um jene kranken Gehirne handelt, die die Welt schon mit „Crank“ und „Crank 2“ beglückt haben, zu einer relativ hohen Erwartungshaltung an den Film geführt. Leider kann „Gamer“ - so viel sei vorweg genommen - diese Erwartungshaltung nicht im Geringsten erfüllen.

Was sind also jene Kritikpunkte, die mich in „Gamer“ eine der größten Kino-Enttäuschungen seit langem sehen lassen? Nichts auf der Actionseite, soviel steht fest. Von Beginn an zeigen Mark Neveldine und Brian Taylor Gerard Butler in seinem mehr als nur stylischen Kampfanzug von einer Schlacht zur nächsten hetzen und überschlagen sich fast mit aufmerksamkeitsheischenden Zeitlupenszenen und bedeutungsschwangerer Phrasendrescherei. Der pulstreibende Score im Hintergrund trägt sein übriges dazu bei, dass man sich mit einem Lächeln im Gesicht, wohlig im Kinosessel zurückzulehnen beginnt. Leider - und das sei somit der erste Kritikpunkt - verwechseln Mark und Brian, wie so viele ihrer Kollegen aus dem Actionfach, spastisch zuckende Kameras und Schnittstakkatos mit konsequentem Spannungsaufbau und übergangslose Szenenwechsel mit überraschender Story. Dieses Manko ist man, als actionversierter Kinobesucher aber bereits einigermaßen gewohnt und sieht somit gerne darüber hinweg.

Auch der Bodycount und der Gore-Wert können sich durchaus sehen lassen und sind vor allem in einem Mainstream-Actioner überraschend exzessiv eingesetzt. An dieser Stelle muss ich jedoch zugeben, dass sowohl die plastische und dunkle Farbgebung als auch das digitale Blut und die im Allgemeinen doch sehr übertriebenen Effekteinsätze mehr als nur ein Fünkchen (verharmlosendes) Comic- und Computerspielflair aufkommen lassen. Das wiederum ist jedoch relativ leicht, als von den Machern geplantes Stilmittel abzutun. An der Actionfront gibt es folglich wenig bis gar nichts (was man nicht schon nach Genuss des Trailers erwarten konnte) zu bemängeln.

Leider bleiben in diesem Actionumfeld alle - und ich meine wirklich alle - Charaktere auf der Strecke. Es wird keine einzige der mannigfaltig vorhandenen Nebenfiguren mehr als nur am Rande eingeführt, geschweige denn, dass man sich bei der Hauptfigur um mehr als seinen Army-Background bemühen würde. John Leguizamo („The Happening“, „Land of the Dead“) wird als stammelnde Nebenfigur sprichwörtlich verheizt und sowohl Logan Lerman als Simon, aus dessen Figur man ohne weiteres weit mehr herausholen hätte können, Milo Ventimiglia, als Vergewaltiger und Amber Valletta, als Kables Frau in den Fängen des Society-Spiels geht es nicht besser. Sie wirken wie reiner Eye-Candy und enttäuschen vor allem deshalb so dermaßen, weil sie weit unter ihren Möglichkeiten bleiben müssen. Abgesehen von der nicht vorhandenen Figureneinführung und Figurenentwicklung gibt es als Draufgabe noch völlig unklare Figurenaktionen und deftige Handlungssprünge.

In „Gamer“ wird ganz offensichtlich versucht, etliche verschiedene Handlungsstränge in 90 Minuten Film zu pressen ohne auch nur an der Oberfläche der angerissenen Probleme, Ideen oder Figuren kratzen zu wollen. Lose Storyfäden, unausgereifte Figurenzeichnungen, überflüssige Spielereien und nicht nachvollziehbare Figurenentwicklungen sind somit allgegenwärtig. Ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass hier zwanghaft und ohne Erfolg versucht wurde, mehrere Filme in Einen zu zwängen. In einem Internetkommentar hat ein IMDB-User meiner Meinung nach den Nagel auf den Kopf getroffen. Drei Filme in Einem heißt es dort, als Grund für eine äußerst positive Review. Ich würde diese Aussage eher als höchst negativ werten. Denn aus welchem Grund, sollte man drei Filme in einen Einzigen pressen, wenn man es nicht einmal schafft, eine der drei Geschichten konsequent zu Ende zu erzählen. Nach „Crank“ und „Crank 2“ darf man sich von „Gamer“ natürlich keinen neuen „Blade Runner“ erwarten, aber zumindest eine actionreiche, spannende UND wenigstens partiell stringente Story ist nicht zu viel verlangt.

„Gamer“ ist für mich des Weiteren ein Film der verschenkten Möglichkeiten und Ideen, den man als schlauer Produzent zu drei verschiedenen Filmen ausschlachten könnte. Die gute Idee der degenerierten, aber nicht unrealistischen Programme Society und Slayers wird nur am Rande angerissen und von einem Hollywood-Ende, das es sich denkbar einfach macht und viele Fragen offen lässt, komplett ins Nichtige gezogen.

Fazit
„Gamer“ ist im Prinzip eine Weiterführung jener Idee, die bereits in „Running Man“, „Death Race“ und ähnlichen Produktionen angedacht worden ist, leidet aber unter vielen Mängeln, die diese Produktionen nicht aufgewiesen haben.
Der Film ist storytechnisch platt, unzusammenhängend, zu schnell geschnitten und bietet nicht mehr, als eine durchschnittliche Aneinanderreihung von (teilweise) brutalen Actionsequenzen, mit unausgereiften Charakteren, vielen losen Enden und einem zuckersüßen Hollywoodfinish.
Die innovative Grundidee, die - im Großen und Ganzen - flüssige Umsetzung, die tolle Optik und der coole Soundtrack hängen somit leider lose in der Luft und reichen nur zu einer Nummernrevue.
Alles in allem ist „Gamer“ eine herbe Enttäuschung, die etwas wie ein filmischer Schnellschuss wirkt.

Nachsatz
Hektische Kameraschwenks und Schnitte erzeugen noch keine Spannung meine lieben Herren Neveldine und Taylor.

Kritik + Wertung
Thema: Final Destination 4 (The Final Destination)
Preacher666

Antworten: 4
Hits: 3.253
Final Destination 4 (The Final Destination) 30.08.2009 21:37 Forum: Filme


Originaltitel: The Final Destination
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: David R. Ellis
Darsteller: Krista Allen, Nick Zano, Mykelti Williamson, Shantel VanSanten, Bobby Campo, Stephanie Honore, Haley Webb






Meine Review

Alle drei Jahre kommt der Tod

Auf den innovativen Erstling „Final Destination“, der 2000 sowohl durch seine ausgeklügelte Story als auch durch seine tolle Figurenzeichnung überzeugen konnte, folgte 2003 das nicht minder geniale Sequel „Final Destination 2“, das sein augenfälligstes Manko - eine bereits bekannte Ausgangssituation - durch drastischere Todesarten und schwärzeren Humor mehr als nur wegmachen konnte. 2006 erklomm schließlich „Final Destination 3“, dem man in jeder Filmminute nur allzu deutlich anmerken konnte, dass den Machern des Franchise nichts mehr Neues eingefallen ist, die weltweiten Kinoleinwände und enttäuschte zwar auf filmischer, nicht aber auf finanzieller Ebene. Dem Gesetz der Serie folgend musste somit 2009 ein neuer Teil auf das horrorbegeisterte Publikum losgelassen werden. Vorhang auf für „Final Destination 4“.

Nachdem bei „Final Destination 3“ James Wong, Regisseur von Teil Eins, ein weiteres Mal das Regiezepter in die Hand nehmen durfte, ist es nur logisch, dass bei „Final Destination 4“ der Regisseur des Zweiten Teils, David R. Ellis, erneut zum Handkuss kam. Dieser hat sich in der Zwischenzeit mit „Final Call“, „Snakes On A Plane“ und „Asylum“ in anderen Gefilden versucht, sich jedoch relativ leicht wieder von einer Rückkehr zu seinen Leisten überzeugen lassen. Ob das der Reihe gut tut oder nicht muss jeder für sich selbst beurteilen. Fest steht lediglich, dass sich „Final Destination 4“ in keinster Weise von seinen Vorgängerproduktionen unterscheidet und der Film somit so innovativ ist wie ein neues paar Crocs. Jede einzelne Szene löst eine Art Déjà-vu Erlebnis aus. Das wiederum ist enttäuschend und erweckt den Eindruck des zu Tode Wirtschaftens einer vielversprechenden Filmreihe. Die Kuh melken bis sie in den letzten Zügen liegt könnte man sagen.

Ein paar Worte zur Story: Nachdem wir bereits den Überlebenden eines Flugzeugabsturzes, einer Massenkarambolage auf der Autobahn und eines Achterbahnunglücks beim nachträglichen Sterben zuschauen konnten, folgt diesmal der Überlebenskampf nach einem Crash auf einer Nascarstrecke. Diesmal sieht das Medium (Bobby Campo) die Tode der glücklich Entkommenen zuvor in einer Art Vision und versucht dem Tod, gemeinsam mit den anderen Überlebenden, von der Schippe zu springen. Das war es dann auch. Es folgt verbrennen, zerquetschen, überfahren, durch ein enges Rohr pressen und so weiter…

Die Reihe entwickelt sich leider seit Teil Zwei zu einer Art Nummernrevue (auf hohem Niveau), in der es offensichtlich nur mehr darum geht, sich von Sequel zu Sequel an Brutalität und Bodycount zu überbieten. Mit diesem Trend bricht auch Teil 4 der Destination-Reihe nicht. Anscheinend gibt es anno 2009 aber ein neues Allheilmittel für schlechte Horrorfilme, das bereits „My Bloody Valentine“ für sich nutzen konnte: Digital 3D. Unter diesem Banner der innovativen Vorreiterrolle, ist es anscheinend gar nicht mehr nötig die Story der Vorgängerteile zu verändern oder ausnahmsweise ein paar fähige Schauspieler zu casten, es reicht ein neues Verfahren und die Kinobesucher sind zufrieden gestellt. So zumindest scheinen es sich die Top-Produzenten in Hollywood vorzustellen, wenn sie dermaßen emotionslos Schießbudenfiguren, digital gefilmt, durch den vorhersehbaren Fleischwolf drehen.

An dieser Stelle muss ich jetzt natürlich auch die positiven Seiten von „Final Destination 4“ hervorheben. Die Todesszenen sind wirklich rasant, überraschend hart und innovativ umgesetzt. Auch das Intro, im Zuge dessen nahezu alle Todesszenen der ersten drei Teile erneut an Skeleten vorgeführt werden, ist ein kleines Highlight.

Aber David R. Ellis schafft es einfach nicht den Film durchgehend spannend zu gestalten und scheitert des Weiteren an einer vernünftigen Figurenzeichnung. Wenn es ein Markenzeichen für David R. Ellis Filme gibt, dann ist es die Belanglosigkeit mit der er seine Schauspieler von einer Überraschung zur nächsten schickt. Dramaturgie, Figureneinführung und Spannungsaufbau sind scheinbar Fremdworte für ihn. Ich kann gar nicht beschreiben wie sehr mir die Tode der Beteiligten egal waren. Es kam nicht einmal ein Fünkchen Mitgefühl auf. Wobei meiner Meinung nach gilt: Ohne Mitgefühl kein Horror. Natürlich könnte dieser Eindruck auch durch die durchwegs unbekannten und - was eindeutig schwerer wiegt - schlechten Schauspieler entstehen, doch im Endeffekt ist auch dafür der Regisseur verantwortlich. Somit schockten am Ende nur die Brutalität und die Plastizität der Todesszenen in 3D. Vielleicht sollten die Macher wirklich bald daran denken die Reihe zur Final Destination zu geleiten.

Fazit
Unterhaltsamer, brutaler, gut umgesetzter und kurzweiliger (knapp 90 min) Horrorfilm, der vor allem in 3D seine (wenigen) Stärken ausspielen kann aber Dank einem Nichts an Drehbuch, Null Dramaturgie, einer gehörigen Portion Vorhersehbarkeit und emotionslosen Puppen als Darsteller von der ersten Minute an, an Fahrt verliert. Auch das passable Ende kann an dem weitgehend schlechten Eindruck nicht mehr viel retten.

Nachsatz
„Final Destination 4“ wird in den USA (und somit quasi auch dem Rest der Welt) als „The final Destination“ und somit als Ende der Reihe verkauft. Mal sehen ob das wirklich zutrifft oder wir uns in drei Jahren über „Final Destination 5“ freuen dürfen. Flugzeug, Autobahn, Achterbahn, Rennbahn… was kommt als nächstes?

Kritik + Wertung
Thema: Shuttle
Preacher666

Antworten: 2
Hits: 2.185
Shuttle 24.08.2009 10:31 Forum: Filme


Originaltitel: Shuttle
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2008
Regie: Edward Anderson
Darsteller: Tony Curran, James Snyder, Peyton List, Cameron Goodman
Genre: Thriller/Horror





Meine Kritik

Shuttleservice ins Ungewisse

Seit dem Aufstieg der DVD und damit der Entstehung einer günstigen und trotzdem massentauglichen und qualitativ hochwertigen Filmproduktionsvariante entsteht vor allem im Horror- und Thrillersektor eine schlechte Direct-To-DVD-Produktion nach der anderen. Ob es nun die Fortsetzung eines bekannten Kinofilms ohne wirklichen Bezug zur Vorlage, das Ausschlachten eines kleinen DVD-Erfolges durch mindestens drei minderwertige Sequels oder einfach nur eine billig heruntergekurbelte Produktion mit reißerischem Titel ist scheint nicht wirklich relevant zu sein. Fest steht nur, dass scheinbar auch der schlechteste Film auf DVD rentabel ist und es nach unten hin ganz offensichtlich keine (Qualitäts-)grenzen gibt. Das wiederum ist wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass heutzutage jeder Idiot mit guten Kontakten, einer Handkamera und zu viel Zeit einen Film drehen und ihn dann ohne rot zu werden als den legitimen Nachfolger von „The Texas Chainsaw Massacre“ präsentieren kann.

In diesem Sinne ist es immer wieder erfrischend, wenn man sich in der Videothek einen Film schnappt von dem man sich im besten Fall rein gar nichts erwartet und dann überaus positiv überrascht wird. So geschehen bei „Shuttle“ einem reinrassigen Psychothriller, der zwar nicht wirklich viel in der Horrorecke, in der er vermarktet wird, zu suchen hat, aber trotzdem oder gerade deswegen von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln versteht.

Der Film aus der Feder von Regisseur Edward Anderson beginnt genauso wie so viele andere Billigproduktionen der letzten Jahre auch. Ein paar Jugendliche, brav 50/50 auf die beiden Geschlechter aufgeteilt, kommen am Flughafen an, finden sich interessant und treten die gemeinsame Weiterreise mit dem billigst möglichen Transportmittel an. Der etwas ruppige Fahrer fährt eine vermeintliche Abkürzung und stellt sich bei näherer Betrachtung als schlimmster Albtraum für die Teenager heraus. Soweit so gut.

Was hier wie Thrill vom Reißbrett klingt gewinnt schon durch eine innovative Schauplatzwahl - die Entführung erfolgt auf vermeintlich sicherem amerikanischem (Großstadt-)Boden und durch einen Airport-Shuttle-Fahrer - an Qualität. Weitere Gründe dafür, dass sich aus dieser 08/15 Ausgangssituation ein spannendes hin und her zwischen den Opfern und dem Täter entwickeln kann, welches den geneigten Zuschauer bis zum konsequenten Ende nicht mehr loslässt sind die durchwegs tollen schauspielerischen Leistungen und der straffe Spannungsbogen, der sich hauptsächlich in und um das Shuttle abspielt. Der dramaturgische Aufbau des Films kann somit auf der ganzen Linie überzeugen und vor allem die zum Scheitern verurteilten Fluchtversuche der Opfer sind innovativ, nachvollziehbar und brutal.

Tony Curran („Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman“, „Der Flug des Phönix“) als Entführer liefert eine tadellose Leistung zwischen kalter Zielstrebigkeit und aufkommenden Zweifeln und auch die Opfer wissen zu überzeugen - keine sinnlosen Dialoge, kein Overacting und tolles Schauspiel.

Insbesondere gegen Ende des Films wird die Gewaltschraube unangenehm angedreht und mit einer Emotionslosigkeit und Gefühlskälte gemordet, die dem geneigten Zuschauer ein Frösteln den Rücken hinunter laufen lässt. Blutige Effekte und brutale Szenen sind zwar eher Mangelware können dafür in den wenigen Augenblicken in denen sie aufblitzen um so mehr überzeugen. Auch die erst langsam durchsickernde Erkenntnis was die wahren Beweggründe hinter der Tat sind und das beinharte (leider für den versierten Zuschauer durchaus vorhersehbare) Ende tragen zum positiven Gesamteindruck des Films bei. Wenn in Minute 100 schlussendlich klar wird, was hinter der Entführung steckt trifft einen die Erkenntnis mit voller Wucht in die Magengrube.

Fazit
Ein unangenehm spannender (Horror-)Thriller, mit einigen brutalen Szenen, einer tollen Story, guten Darstellern, einigen wunderbaren Plottwists und einem harten (wenn auch etwas vorhersehbaren) Ende.
Eine klare Kauf- bzw. Leihempfehlung meinerseits.

Kritik + Wertung
Thema: Hangover (2009)
Preacher666

Antworten: 4
Hits: 5.654
Hangover (2009) 01.08.2009 15:05 Forum: Filme


Originaltitel: Hangover, The
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Regie:Todd Phillips
Darsteller: Bradley Cooper, Heather Graham, Ken Jeong, Justin Bartha, Jeffrey Tambor, Zach Galifianakis, Ed Helms, Mike Tyson







Meine Kritik

Losing your Friend in Vegas

Jeder kennt ihn. Den Morgen nach einem legendären Besäufnis. Die mannigfaltigen Gründe für die ausgelassene Feier, seien es ein Fußballendspiel, ein Geburtstag oder ein Junggesellenabschied, sind meistens nebensächlich; das Ergebnis jedoch, ist immer dasselbe. Verkatert, etwas lädiert und viel zu spät dran (bei was auch immer man eigentlich erledigen wollte) erinnert man sich mehr oder weniger gerne an all den Unsinn, den man am Tag zu vor, in leicht angetrunkenem Zustand, verbrochen hat.

Phil (Bradley Cooper aus „Alias“), Stu (Ed Helms aus „The Office“) und Alan (Zach Galifianakis aus „Tru Calling“) hatten am Vorabend zwar auch einiges zu feiern, können sich nach einer durchzechten Nacht in Vegas aber an rein gar nichts mehr erinnern. Abgesehen davon, dass Stu ein Schneidezahn fehlt, das Hotelzimmer aussieht als hätte eine Bombe eingeschlagen, ein Tiger in ihrem Zimmer herum streift und sie offensichtlich am Tag zuvor nicht nur einen Polizeiwagen, sondern auch ein Baby gestohlen haben, können sie ihren Freund Doug (Justin Bartha aus „National Treasure“), dessen Hochzeit sie ordentlich feiern wollten, nicht finden. Gemeinsam machen sich die Drei auf die Suche nach ihrem vermissten Freund und den verlorenen 12 Stunden Party des Vorabends. Die Odyssee führt sie von einem Krankenhaus über eine (Las Vegas typische) Kirche und eine Polizeistation bis mitten in die Wüste Nevadas, und wieder zurück.

Verantwortlich für „Hangover“, eine der besten Komödien die ich seit längerem gesehen habe, zeichnet sich Regisseur Todd Phillips („Starsky & Hutch“), der mit einer ähnlichen Thematik schon in „Road Trip“ und „Old School“ punkten konnte. Verpackt in einen popigen Soundtrack und gewürzt mit vielen bissigen Kommentaren erzählt er eine unterhaltsame Fabel über echte Freundschaft und das Erwachsenwerden. Auch bei der Besetzung der Hauptrollen mit bekannten, aber nicht überteuerten Darstellern bleibt sich Philips treu. Mit Bradley Cooper, Ed Helms, Zach Galifianakis und Justin Bartha besetzte er die Rollen der vier ungleichen Freunde mit durchwegs frischen Gesichtern, die sich ihre Sporen bisher hauptsächlich im Erwachsenenfernsehen verdient haben.

Vor allem Zach Galifianakis als dicker und etwas zurückgebliebener Bruder der Braut, der überraschende Rain Man Fähigkeiten an den Tag legt (besonders hervorzuheben ist hierbei seine grenzgeniale Dustin Hoffman Körperhaltung auf der Casino-Rolltreppe), sorgt für so manchen Lacher. „Hangover“ zieht seinen Charme somit hauptsächlich aus den durchwegs glaubhaften Figuren, denen man gerne 90 Minuten beim Scheitern zusieht, den abstrusen Situationen in welche die Freunde unentwegt hineinstolpern, den etlichen liebevollen Filmzitaten und der doch recht innovativen Storyidee - die mich aber an den deutlich härteren „Very Bad Things“ erinnert hat.

Trotz all dem Lob gibt es auch einige Kritikpunkte.
Der auffälligste und gleichzeitig nervigste Punkt ist, dass ungefähr ein dutzend wirklich guter Gags bereits im Trailer verheizt wurden und diese Pointen somit auf der Leinwand nicht mehr wirklich zünden. Auch wenn dieser Vorwurf im Zusammenhang mit vielen aktuellen Filmproduktionen geltend gemacht werden kann, ist er in diesem Fall besonders störend. Klarerweise bietet „Hangover“ noch weitere amüsante Verwechslungen und Unfälle, aber die ganz großen Lacher kannte man als Trailer versierter Zuschauer schon vor dem Kinobesuch.
Des Weiteren gibt es trotz der relativ hohen Gagdichte und der kurzen Laufzeit einige Durchhänger die verhindern, dass „Hangover“ zu All-Time-Komödienklassikern wie „Verrückt nach Marry“ aufschließen kann.
Einen sowohl positiven als auch negativen Punkt stellen die während des Abspanns gezeigten Partyfotos, die dem Zuschauer noch weitere Einblicke in die wilde Nacht der vier Freunde bieten sollen, dar. Auf der einen Seite führen sie dazu, dass sich der geneigte Zuschauer noch einmal königlich amüsiert, auf der anderen Seite fragt man sich als solcher sofort, warum die Macher von „Hangover“ nicht die Geschichte hinter diesen wirklich witzigen Fotos erzählt haben und somit quasi die besten Lacher an den Abspann verschenkt haben. Irgendwie schade drum.

Fazit
„Hangover“ ist eine mehr als nur unterhaltsame Komödie, mit sympathischen Darstellern, einer tollen Grundidee, guter Musik und einigen kleineren Mängeln, die aber von dem durchwegs positiven Gesamteindruck für Nichtig erklärt werden.
„What happens in Vegas stays in Vegas“.

Kritik + Wertung
Thema: Windfall
Preacher666

Antworten: 0
Hits: 1.769
Windfall 13.07.2009 13:50 Forum: Filme


Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2001
Regie: Gerry Lively
Darsteller: Casper Van Dien, Gregg Henry, Libby Hudson, Robert Englund
Genre: Action/Thriller



Meine Kritik

Mittelmäßiges B-Movie-Spätwerk

Casper Van Dien ist das schauspielerische Äquivalent eines musikalischen One Hit Wonders, das trotz Talentlosigkeit und lediglich einer kurzen Sternstunde einfach nicht tot zu kriegen ist. Seit seinem absolut souveränen Auftritt in Paul Verhoevens Sci-Fi Spektakel „Starship Troopers“ hat der Gute in keinem einzigen vernünftigen Film mehr geglänzt und bringt es Anno 2009 trotzdem auf knapp 60 (auf ofdb.de gelistete) Auftritte. „Windfall“, seines Zeichens ein Vertreter jener 2000er Actionfilme, die mindestens sechs Jahre zu spät produziert wurden um auch nur annähernd erfolgreich zu werden und somit bereits 2001 einfach nur mehr fehl am Platz wirkten, ist innerhalb dieses Mikrokosmos noch einer seiner besseren Beiträge. In den 90ern wäre der Streifen vielleicht sogar ein akzeptabler Vertreter der Action-Schmuddel-Ecke vieler Videotheken geworden. In Zeiten besserer Computereffekte und gestiegener Ansprüche des Publikums hat beziehungsweise hatte der Film einen eher schlechten Stand.

Zwei versierte Diebe (Casper Van Dien und Robert -Freddy Krüger- Englund) überfallen am helllichten Tag ein Casino, werden geschnappt und vom alternativ eingestellten Chef nicht nur vor dem Gefängnis bewahrt sondern auch als Verstärkung der hauseigenen Security-Truppe (!!!) eingestellt. Im Zuge eines ausgewachsenen Unwetters - daher der Titel - versucht das restliche Security-Team schließlich das Casino zu überfallen und die beiden bekehrten Diebe versuchen - logischerweise – diesen Raub zu verhindern.

Soweit so bekannt. Sowohl Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren als auch Chuck Norris und Steven Seagal hätten ihre Freude an dem Skript gehabt und auch Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone hätten in ihren Niedergangsjahren sicherlich nicht Nein zu einem Rollenangebot in diesem Streifen gesagt. Warum sollte es dann eine kleine Leuchte wie Casper Van Dien machen? Eben.

„Windfall“ kann durch eine zumindest halbwegs vernünftig ausgearbeitete Story und etliche gut choreographierte Actionszenen überzeugen, scheitert aber an der emotionslosen Darstellung aller Beteiligten - mit Ausnahme des genialen Englund, der es sogar fertig bringt in der Rolle eines abgehalfterten Hawaiihemden tragenden Ex-Ganoven zu glänzen -, an den durchwegs schlechten Effekten, an den langweiligen Dialogen und an einigen völlig unpassenden und aus dem Kontext gerissenen Handlungssträngen. Bezeichnend dafür ist ein, etliche Male im Film auftauchendes, Institut, dessen fetter, barttragender Vertreter die neuesten Berechnungen und Informationen über den kommenden Sturm, Greenpeace-Video-mäßig ins Publikum schmettert und dabei von seiner Assistentin in sinnentleerten Dialogen bewundert und quasi bekniet wird. Diese Szenen stehen selbstverständlich in keinster Weise in Zusammenhang mit dem restlichen Filmgeschehen.

Den bereits erwähnten Actionszenen fehlt es zwar etwas an Explosivität, wenn man sich Genrevertreter wie „Stirb Langsam“ und „Eraser“, oder, um nicht gleich bei den High-Budget-Streifen anzufangen „A better way to die“ in Erinnerung ruft, aber sie sind zumindest in rauen Mengen vorhanden. Schießereien und Verfolgungsjagden fehlen in „Windfall“ nämlich ebenso wenig wie Unwetterkapriolen und (pseudo-)lockere Sprüche.

Fazit
Für einen nostalgischen Filmnachmittag, als Appetizer für weit bessere Produktionen und als Abgesang an das beste Filmjahrzehnt aller Zeiten und einen milchgesichtigen One-Hit-Darsteller reicht „Windfall“ ohne weiteres. Etwas wirklich Besonderes oder gar Spannendes darf man sich aber nicht erwarten.

Kritik + Wertung
Thema: Terminator: Die Erlösung
Preacher666

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02.07.2009 19:26 Forum: Filme


Das Problem an der Geschichte ist, dass der Hybride, die einzige wirklich menschliche Figur in dem Film ist. Das ist doch bezeichnend, oder!?
McG hat sowohl Figurenzeichnung als auch Story komplett vergeigt.
Thema: Terminator: Die Erlösung
Preacher666

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23.06.2009 12:02 Forum: Filme


Zitat:
Original von enemy
Zitat:
Original von M1ck
-ja, er ist irgendwie zu weich (FSK12)

Der Film lief mit FSK16. [/klugscheiß] Augenzwinkern


Bei uns (Österreich) nicht --> lief ab 14, was bei uns dann auf DVD meist ab 12 gleichkommt! [klugscheiß] großes Grinsen
Thema: Terminator: Die Erlösung
Preacher666

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22.06.2009 15:02 Forum: Filme


Mein kleiner Beitrag dazu:

Das ist nicht der Film auf den mich all die Trailer vorbereitet haben

Als Arnold Schwarzenegger 1984 nackt in Los Angeles landete und sich auf die Jagd nach Sarah Connor und ihrem ungeborenen Sohn machte konnte wohl noch niemand den durchschlagenden Erfolg und die noch Jahrzehnte später vorhandene popkulturelle Bedeutung erahnen, die mit James Camerons Film einhergehen sollte. Die sensationellen Effekte, das tolle Design, die dunkle Optik, die spannende und durchdachte Story und die apokalyptische Grundstimmung waren Mitte der 80er eine Revolution und erhoben „Terminator“ und damit dessen Hauptdarsteller Schwarzenegger durch Oneliner wie I’ll be back in den Filmolymp. Jahre später legte Cameron mit dem „Tag der Abrechnung“ noch einen Scheit nach und lieferte mit Arnolds Comeback als bekehrter Terminator wohl eine der coolsten und innovativsten Wendungen seit Darth Vaders Outing. Dank revolutionärer Digitaleffekte, die anno 2009 immer noch nichts von ihrer Kraft eingebüßt haben, tollen Nebendarstellern und einer ebenso innovativen wie spannenden Weiterführung der Handlung konnte „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“ seinen Vorgänger sogar noch übertreffen. 2003 lieferte Jonathan Mostow mit „Terminator 3 - Rebellion der Maschinen“ schließlich einen beachtlichen dritten Ableger der Reihe, der es zwar nicht ganz mit seinen Vorgängern aufnehmen kann, aber dank etlicher handgemachter, spektakulärer Actionszenen, einer sexy Terminatrix, tollen Sprüchen und einem konsequenten Ende seine Existenzberechtigung im Terminator-Universum behaupten konnte.

Nach jahrelanger Durstperiode tauchte schließlich vor knapp einem Jahr der erste Trailer zu „Terminator 4“ im Netz auf. Verwaschene Farben, markige Sprüche und ein Setting, das sehr stark an einen Vietnamkriegsfilm erinnert, weckten die Hoffnung, dass sich endlich ein Regisseur in die dreckige Guerillazukunft, die Sarah immer schon prophezeit hat, vorwagen würde. Mit Christian Bale als John Connor konnte Warner auch noch einen der derzeit wohl beliebtesten und wandlungsfähigsten Darsteller, den nicht einmal die Rolle als Bruce Wayne rollentechnisch einschränken konnte, für das Projekt gewinnen. Da Schwarzenegger mit Kaliforniens eigenem, hausgemachtem Armageddon beschäftigt war, musste man auf das Terminator-Urgestein verzichten und griff dafür auf namhafte Nebendarsteller wie Anton Yelchin, Sam Worthington und Bryce Dallas Howard zurück. Ein Budget von knapp 200 Millionen Dollar versprach weiters ein großartiges Effektgewitter und das Mitwirken von FX-Genie Stan Winston ein Festhalten am ursprünglichen Look.

Was kann bei diesen Grundvoraussetzungen noch schief gehen? Sehr viel, wie man bereits Monate vor dem eigentlichen Filmstart beobachten konnte.
Das erste Manko des Films offenbarte sich schon Anfang 2008 als McG, der Stümper der „Drei Engel für Charlie“ verbrochen hat den Regiestuhl erklimmen durfte. Ein paar Monate später wurde zu allem Überfluss auch noch bekannt, dass der neueste „Terminator" weltweit ein Kindergarten-Rating erhalten werde. Vorbei die Zeiten als Herzen herausgerissen und Polizeistationen komplett vernichtet wurden und man sogar beim Milchtrinken auf spitze Gegenstände achten musste. Hasta la vista Terminator.

Trotz all der Zweifel habe ich mir vor knapp zwei Wochen eine der ersten Vorstellungen in Österreich gegönnt und „Terminator 4 - Die Erlösung“ nach dem Kinobesuch noch etliche Tage reifen lassen, um ihn nicht sofort geteert und gefedert dorthin zu schicken wo sich T-800 und T-1000 Gute Nacht sagen. Somit eine faire Chance für „Terminator - Salvation“ sich in eine Filmreihe, die in jeder Hinsicht einzigartig ist, homogen einzufügen.

Aber um ehrlich zu sein haben auch mehr als zehn Tage Bedenkzeit nicht wirklich zu einem Euphorie-Sturm meinerseits geführt. Dafür war das gebotene Kinoerlebnis einfach zu kalt, gefühlsarm und vor allem zu beliebig. Die stumpfen, nahezu in Lichtgeschwindigkeit aneinandergereihten Actionszenen (man könnte fast Zerstörungsorgien sagen) haben nur mehr peripher etwas mit den durchaus vielschichtigen Vorgängerteilen zu tun. Ohne Frage ist leicht zu erkennen, dass McG seine 200 Millionen Kröten in sensationelle Krawall-Effekte investiert hat. Doch was hilft die schönste Actionszene, wenn Handlung und Charaktere, die rund um diese Szene arrangiert wurden, so kalt wie Stickstoff wirken. Verstärkend kommt hinzu, dass selbst die digitalgespickten Baller-Szenen im Endeffekt weder richtige Spannung noch ein anhaltendes Wow-Gefühl auslösen können. Irgendwie langweilt beziehungsweise (um es nicht so hart klingen zu lassen) schleppt man sich von einem digitalen Overkill zum Nächsten.

An dieser Stelle soll jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass „Terminator 4“ ausschließlich mies umgesetztes Actionkino ist. Der Streifen ist einfach eine durchschnittliche Aneinanderreihung von gelungenen Effekt-Shots, versehen mit einem Hauch von Story und guten, aber weitgehen farblos bleibenden Darstellern, der die Bezeichnung „Terminator“ jedoch einfach nicht verdient hat.

Das Drehbuch erweckt häufig den Eindruck in übertriebener Tragik versinken zu wollen. Alles ist schlecht, heruntergekommen, trist und ach so schrecklich. Christian Bale versucht seine, schon aus „Batman Begins“ bekannte dauer verdrießliche Mine zu perfektionieren und auch alle anderen Darsteller wissen gekonnt zu vermitteln, dass in dieser nicht zu fernen Zukunft einfach alles im Arsch ist. In dieser postapokalyptischen Untergangsatmosphäre wirken dann aber augenzwinkernde Zitate aus den Vorgängerteilen, wie ein scherzhaft in den Raum geschleudertes I’ll be back und die Ursprungsgeschichte der bekannten Schlaufe um die Pumpgun so fehl am Platz wie ein Scherz über Demenz in einer geriatrischen Abteilung.

Wie bereits angedeutet gönnt McG vor allem seinen Darstellern keinen Spielraum. Jeder Charakter darf sich brav in vorhersehbaren Bahnen bewegen, als Stichwortgeber für neue Kampfszenen mit den Maschinen dienen und dutzende verschiedene Terminator-Abwandlungen beschießen und vernichten. Eine etwas zwanghaft wirkende Rückkopplung zu Teil Eins rundet das Filmerlebnis schließlich nach knapp 115 Minuten etwas unbefriedigend ab.

Fazit
Ein durch und durch durchschnittliches Filmvergnügen, dass mit den Vorgängerteilen leider nur mehr ansatzweise vergleichbar ist. Ein tolles Setting, haufenweise Action und gelungene Effekte reichen einfach nicht aus um einen knapp zweistündigen Film zu rechtfertigen - schon gar nicht wenn der Streifen als neuer „Terminator“ verkauft wird. Alles in allem zeigt McG mit „Terminator - Salvation“ anschaulich, dass er ein guter Handwerker, aber ein äußerst mieser Regisseur ist.

Nachsatz
Objektiv betrachtet stellt der Film trotz allem eine Kinoempfehlung dar, da man sich auf der großen Leinwand noch eventuell von dem dargebotenen Effekt-Feuerwerk mitreißen lassen kann, ohne sich an einigen Logikfehlern oder der nicht vorhandenen Story zu stören und den verlorengegangenen Tiefgang zu bedauern.

Kritik + Wertung
Thema: 10.000 B.C.
Preacher666

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23.05.2009 18:21 Forum: Filme


großes Grinsen Ich bin einfach ein verkappter Nostalgiker und Romantiker, der sich für die Leinwand und den HD Fernseher viel mehr epische Abenteuerstorys ohne Tiefgang, dafür mit umso mehr Schauwerten wünscht.

Mir hat der Streifen echt gefallen. Eine zügig erzählte Story, extrem viel zu sehen und ein nettes Ende. Hollywoodmainstream at its best halt.



Achja: Die Nummer meines Dealers gibts nur per PN Augenzwinkern
Thema: 10.000 B.C.
Preacher666

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23.05.2009 01:32 Forum: Filme


Once upon a time …

Abenteuerfilme mit einer märchenhaften, aber trotzdem spannenden Story, einem Hauch Mystik und enormen Schauwerten schaffen es nur noch höchst selten auf die große Leinwand. Mal abgesehen von digitalen Rohrkrepierern wie dem neuesten Indiana Jones Streifen, in dem der Titelheld aus Ideenmangel mal eben Außerirdische sucht und in einem Kühlschrank versteckt, eine Atombombenexplosion überlebt, dem absolut schwachsinnigen dritten Ableger der „Mumie“-Reihe und dem souveränen, aber bierernsten „Apocalyptico“ von Mel Gibson sucht man epische Abenteuergeschichten im Mainstreamkino nahezu vergeblich. Nur gut dass sich Roland Emmerich, der wohl bekannteste deutsche Exportschlager Kaliforniens, 2008 ein Herz genommen hat und „10.000 BC“ in die Kinos gebracht hat.

Die quasi-historische Steinzeit-Abenteuerfabel erzählt die Geschichte eines jungen Kriegers, der auf der Suche nach seiner entführten Geliebten, verschiedenste Abenteuer erlebt, einen Gottkaiser stürzt und ganz nebenbei nicht nur sein Volk, sondern auch noch die restliche bekannte Welt befreit.

Dass die gesamte Handlung von „10.000 BC“ in einem Satz zusammengefasst werden kann mag ebenso wenig eine Auszeichnung für Roland Emmerich und Harald Kloser sein, die sich für das Drehbuch verantwortlich zeichnen, wie die offensichtliche Simplizität der Geschichte. Dieser Umstand hat jedoch, auch wenn er auf den einen oder anderen Filmliebhaber abschreckend wirken mag, bei näherer Betrachtung keinen Einfluss auf den Unterhaltungswert des Streifens. Emmerich, der bereits mit Filmen wie „Star Gate“, „Independence Day“ und „The Day After Tomorrow“ höchst erfolgreich Blockbusterqualitäten bewiesen hat, präsentiert die einfach gestrickte Geschichte in wunderschönen, epischen Bildern, mit unverbrauchten Darstellern, einer märchenhaften Grundstimmung und einem superben Score.

Die beeindruckenden Schauwerte einer steinzeitlichen Bergwelt, eines prähistorischen Dschungels und einer endlosen Wüstenlandschaft lassen so manchen Story-Schwachsinn vergessen und bieten die perfekte Möglichkeit sich von der Realität zu lösen und sich voll und ganz von diesem jugendfreien Abenteuer mitreißen zu lassen. Jedes Detail, auch die monumentalen Prachtbauten der horse-riding Demons, verspricht ein Filmerlebnis der Extraklasse.

Die beiden Hauptakteure harmonieren exzellent, wobei vor allem Camilla Belle mit ihren stahlblauen Augen und ihrem schmachtenden Blick Männerherzen schmelzen lässt. Auch die Nebendarsteller geben sich keine Blöße, wobei das im Hinblick auf die Konzentration des Drehbuchs, auf die märchenhafte Liebesgeschichte des Steinzeitpaares, wohl auch nicht all zu schwierig war.

Die digitalen Effekte sind äußerst passabel. Bei weitem nicht so überragend wie jene in „Transformers“ aber auch weit davon entfernt mit den miesen CGI-Spielereien eines „Ghostrider“ oder des bereits erwähnten „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ verglichen zu werden.

Fazit
„10.000 BC“, der in Neuseeland, Namibia und Südafrika verwirklicht wurde, lässt im Filmverlauf kein noch so kleines Klischee aus und ist, dank des bereits erwähnten, relativ dünnen Drehbuchs, mit Sicherheit auch kein neuer „Jäger des verlorenen Schatzes“ geworden. An dieser Stelle muss ich jedoch zugeben, dass ich mir das auch in keinster Weise erwartet habe.

"10.000 BC" ist ein märchenhafter Unterhaltungsfilm, dem man die Nähe zur Trivialliteratur des frühen 20. Jahrhunderts ebenso deutlich ansieht wie die Freude des Regisseurs, einmal keinen epochalen, bigger than life Actionknaller fabriziert haben zu müssen. Emmerichs neuester Streich ist somit eine romantische Liebesgeschichte eingebettet in den abenteuerlichen Selbstfindungstrip eines jungen Kriegers, untermalt mit einem angenehmen Score und verpackt in schöne Bilder.
Einfach zurücklehnen und mitreißen lassen.

Kritik + Wertung
Thema: Killing Zelda Sparks
Preacher666

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Killing Zelda Sparks 13.05.2009 00:44 Forum: Filme


Alternativtitel: Barstool Words
Genre: Drama/Komödie
Herstellungsland: Kanada/USA
Erscheinungsjahr: 2007
Regie: Jeff Glickman
Darsteller:
Vincent Kartheiser
Sarah Carter
Geoffrey Arend
Colm Feore






Meine Kritik

Leg dich nicht mit Zelda an

Es gibt sie noch. Filme die sich allen Konventionen widersetzen, innerhalb von knapp 100 Minuten x-mal die Richtung wechseln und trotzdem wie aus einem Guss wirken. Jeff Glickman (Regie und Produktion) und sein Freund Josh Ben Friedman (Drehbuch) haben aus ihrem eigenen erfolgreichen Theaterstück „Barstool Words“ einen Film gemacht, der sich sowohl als Thriller als auch als Buddymovie und dialoglastige Komödie definieren lässt.

Craig Blackshear (genial durchgeknallt Vincent Kartheiser) und Terry Seville (Geoffrey Arend als Definition einer ausgewachsenen Midlifecrisis) sind bereits seit der High-School Zeit beste Kumpel. Eben solange geistert in Blackshears Leben auch schon eine gewisse Zelda Sparks (Sarah Carter aus „Shark“ als Fleisch gewordener Männertraum) herum, spielt mit ihm, wann immer sie dazu Lust hat, verführt ihn innerhalb von Sekunden und lässt ihn ebenso schnell wieder fallen. Eines führt zum Nächsten und Craig wird, über kurz und lang, zu einem abgefuckten Beziehungsfrack. Jahre später, Craig Blackshear hat schön langsam wieder zurück ins Leben gefunden, taucht Zelda wie aus dem Nichts wieder auf. Als sie Craigs Freundin verführt und ihn zum wiederholten Mal öffentlich demütigt, entwickelt er mit Terry einen Plan. Gemeinsam verfassen sie einen Zeitungsartikel, in welchem sie Zelda grausam ermorden lassen. Nur blöd, dass diese am nächsten Tag wirklich getötet wird - und zwar genau so, wie im Artikel beschrieben.

Das Beste an „Killing Zelda Sparks“ ist sicherlich, dass er nur am Rande von dieser titelgebenden Aktion erzählt, die bezeichnender Weise auch erst in den letzten 20 Minuten des Films stattfindet und bei anderen Regisseuren und Drehbuchschreibern sicherlich in den Mittelpunkt einer vorhersehbaren Crimestory gerückt wäre. Im Falle von „Killing Zelda Sparks“ handelt es sich dabei jedoch lediglich um eine Fußnote in einem anspruchsvollen Portrait einer Männerfreundschaft, das die Aufmerksamkeit des Zuschauers durch Zeitsprünge und eine eigenartige Erzähltechnik fordert. Mal geht es zehn Jahre in die Vergangenheit, dann fünf Stunden in die Zukunft und dann wieder vier zurück. Konzentration auf die Handlungsabläufe rund um den roten Faden ist bei diesem Film somit obligatorisch. Jene wird jedoch auch mit rabenschwarzem Humor, einem tollen Score und einigen der treffsichersten Dialoge, die ich kenne, belohnt.

Geniale Schnitte, willkürlich erscheinende Zeitsprünge und Personen, die während einer Erzählung plötzlich in eben dieser vorkommen, und sich vor Ort mit dem Erzählenden unterhalten, ergeben eine schwierige, aber extrem innovative Mischung. Nebenfiguren wie Colm Feore („Chicago“, „Chronicles of Riddick“), der einen Jones-ähnlichen Motivationspabst gibt oder Zelda Sparks, die tatsächlich eher eine Randnotiz in diesem perfiden Spiel um Lug, Betrug, Selbstaufgabe und schließlich Erlösung beziehungsweise Katharsis spielt, runden das Filmvergnügen gekonnt ab.

Interessant ist auch, dass ich knapp 110 Minuten vom Film gefesselt war und nicht einmal konkret erklären kann warum. Dafür zeichnet sich wahrscheinlich einfach die Kombination aus Lakonie, Spaß, Spannung, Gewalt und Innovation verantwortlich, die dem Streifen eigen ist. Es könnte aber auch an den beiden superben Hauptdarstellern liegen, die sich eine sensationell geschriebene Dialogschlacht nach der anderen liefern. Wenn alle schwarzen Komödien so reif wären wie diese Story würde ich mir wieder öfter Komödien ansehen.

Fazit
Obwohl ich eigentlich einen reinrassigen Thriller erwartet habe, hat mich diese Indie-Perle auf der ganzen Linie überzeugt. Tolle Darsteller, ein exzellentes Skript (was in Zeiten von Sequel-Massen und Remake-Schinken ein kleines Wunder darstellt), innovative Regie, tolle Schnitte, passende musikalische Untermalung und angenehm unangestaubte Wendungen sind mehr als ich mir von einer Direct-to-DVD Produktion im Normallfall erhoffe.
„Killing Zelda Sparks“ ist der perfekte Film für einen gemütlichen Abend mit dem besten Kumpel, den man schon viel zu lange nicht mehr gesehen hat oder vielleicht auch mit dem heimlichen Schwarm, der sich nicht scheut einmal über den filmischen Tellerrand zu blicken.

Nachsatz
Sarah Carter bräuchte in „Killing Zelda Sparks“ einen Waffenschein für ihr umwerfendes Lächeln und ihr nicht gerade jugendfreies Mundwerk.

Kritik + Wertung
Thema: Hooligans 2 - Stand Your Ground
Preacher666

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Hooligans 2 - Stand Your Ground 17.04.2009 12:00 Forum: Filme


Alternativtitel: Green Street 2: Stand Your Ground
Genres: Action/Drama/Thriller
Originaltitel: Green Street Hooligans 2
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2009
Regie: Jesse V. Johnson
Darsteller:
Marina Sirtis
Ross McCall
Timothy V. Murphy
Graham McTavish
Vernon Wells
David Mattey
Matthias Hues
Anthony Vitale
Peter O'Meara






Meine Kritik

Ein Herz für West Ham United

„Hooligans“, mit Elijah Woods, als introvertierten ehemaligen Harvard Studenten, den es mehr oder weniger zufällig in den innersten Kreis der Green Street Hooligans Gruppierung verschlägt, war im Jahre 2005 (vor allem auf DVD) ein Überraschungshit. Überaus anspruchsvoll, stellenweise sogar einfühlsam und trotzdem mit dem zum Thema passenden Machismo (Männerfreundschaft, Ehre, Brüderlichkeit, Kampfgeist, Treue) versehen, behandelte der Film ein Phänomen, mit dem sich nicht nur die englische Bevölkerung des Öfteren konfrontiert sieht. Die überbordende Gewalt im Zuge von Fußballspielen - die sogenannte dritte Halbzeit. Gerade weil das Grundthema von „Hooligans“ geradezu nach Gewaltverherrlichung schreit, war es verwunderlich, was für einen nachdenklichen Film Lexi Alexander anno 2005 hervorgebracht hat.
Doch dieses Manko wird ebenso wie jeder noch so kleine Anflug von Nachdenklichkeit in „Hooligans 2 - Stand Your Ground“ gekonnt ausgespart. Regisseur Jesse V. Johnson konzentriert sich in der Fortsetzung des Fußballprügelstreifens ganz auf die Essenzen vieler Hooligan-Youtube-Videos: harte Musik, Pathos und Gewalt.

Nach der Straßenschlacht mit Todesfall am Ende des ersten Teils verschlägt es drei „Green Street Hooligans“- Nebenfiguren in den Knast. Nach einer spektakulären Schlägerei mit Arsenalfans und einigen Gefängniswärtern wird die Gruppe West Ham Hooligans in eine andere Anstalt verlegt. Die Verlegung erweist sich jedoch als der sprichwörtliche Weg vom Regen in die Traufe, da ihre ehemaligen Gegner von Millwall (die quasi für ihren Urlaub hinter Gittern verantwortlich sind) sie in ihrem neuen Zuhause bereits erwarten. Als wäre das noch nicht schlimm genug, pflegen diese auch noch exzellente Kontakte zu den Wärtern, die ihnen so manchen Vorteil gegenüber den West Ham Hooligans einräumen. Lasst die Schlacht beginnen.

Was Jesse V. Johnson mit „Hooligans 2“ abliefert ist ein Gefängnisfilm reinster Güte. Florierender Drogenhandel, Erpressung, Bestechung, ehrliche gegen korrupte Gefängniswärter und gewalttätige Ausschreitungen an jeder Gefängnisecke. Aufgefrischt wird das Ganze mit einer Prise Fußball, einigen lockeren Sprüchen und einer enormen Menge pathetischer Heldenverehrung.

Da Jesse V. Johnson in „Hooligans 2 - Stand Your Ground“ weder ein ausgeklügeltes Drehbuch noch Starpower zur Verfügung hat muss er sich ganz auf die gewalttätige Mischung aus Gefängnis und Hooligans verlassen. Das funktioniert auch über weite Strecken mehr als nur gut. Vor allem die Brutalitätsspitzen - wenn im Zuge von diversen Handgreiflichkeiten Köpfe gegen Mauern geschlagen und Arme gebrochen werden - sind sehr plastisch in Szene gesetzt und können auf der ganzen Linie überzeugen. Gebremst wird das ganze Spektakel nur von einigen dialoglastigen Szenen, die bei so einem Nichts an Drehbuch einfach aufgesetzt wirken, und ein klein wenig zu viel Pseudo-Story. Klarerweise dient „Hooligans 2“ Gewalt als einziger Existenzgrund und der geneigte Betrachter muss sich darüber bewusst sein, dass der Film nicht mehr, als brutale Gefängnisschlägerunterhaltung sein will.

Verstärkend hinzu kommt ein pulstreibender Wohlfühlsoundtrack, der in dieser Art auch zu jedem Teeniefilm der letzten 10 Jahre gepasst hätte. Besonders hervorzuheben sind weiters die tolle Kameraführung und die passenden Schnitte. Der Betrachter befindet sich immer mitten im Geschehen, ohne durch übermäßige Schüttelfrostattacken des Kameramanns und epileptische Anfälle des Cutters belästigt zu werden.

Fazit
Unterhaltsamer Gefängnisstreifen der nicht mehr viel mit dem Vorgänger zu tun hat, aber sowohl schnitttechnisch als auch kameratechnisch überdurchschnittlich ist. Gewaltverherrlichende und heroische aber gut umgesetzte Prügelszenen werden in eine, nur als schmückendes Beiwerk zu sehende Story gebettet und von einem passenden Score unterstützt. Wer auf Gefängnisfilme steht und sich nicht an unverhältnismäßigen Gewaltspitzen, Machismo und einem vorhersehbaren Ende stört wird sicherlich gut unterhalten.
Nicht zu viel erwarten, Vergleiche mit dem Vorgänger vermeiden und genießen.

Kritik + Wertung
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