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Geschrieben von Jaina C. Solo am 04.04.2012 um 20:48:

  The Hunger Games - Die Tribute von Panem

Sooo, nachdem Jacen mich dazu gebracht hat, die Bücher zu lesen ( Danke nochmals! Bussi ), war ich jetzt auch endlich im Kinofilm.

Grundsätzliches Fazit: JA!!! So sollte das aussehen!
Gut, geringfügige Änderungen und Straffungen der Handlung sind unvermeidbar. Ein paar Filmausschnitte und Bilder kannte ich ja auch schon im Vorfeld, und natürlich sahen in meinem Kopfkino die Charaktere schon so aus wie die Schauspieler, aber auch darüberhinaus war im Grunde alles genau so, wie ich es mir beim Lesen vorgestellt hatte. (Mit Ausnahme des Füllhorns vielleicht, das war nicht golden und sah auch eher aus wie eine Garage mit Obergeschoss. Aber egal...)

Kleine Kritikpunkte gab es allerdings:
- Die schon von Henning in seiner Kurzkritik erwähnte Wackelkamera am Anfang war echt extrem nervig. Das war doch gerade die Zeit und Umgebung, wo noch alles gut und entspannt war. Warum wackelt der da so rum?! Wurde ja aber recht schnell besser.
- Haymitch war mir persönlich zu nett und zu sympathisch. Im Buch ist er viel mehr der zynische dauerbesoffene Kotzbrocken, und das mit Recht! War den Produzenten wohl zu riskant, dem jugendlichen Publikum so einen als im Grunde positive Figur vorzusetzen... schade.
(A propos: Täusche ich mich, oder wurde im Film tatsächlich überhaupt nicht erwähnt, dass er auch ein Sieger der Hunger Games war? Und nur einer von zweien aus Distrikt 12? Ich frage mich, warum nicht...)
- Ich persönlich hätte mir Katniss als Erzählerin aus dem Off gewünscht, so wie im Buch auch. Dafür hätte ich auf etliche erklärende Dialoge und die Fernsehkommentatoren verzichtet. Dass Katniss selbst nicht soviel sagt, ist zwar rollengerecht. Aber der Film war mir dadurch zu stumm. Und man bekam halt gar nichts von ihren Gedanken mit.

Dafür fand ich aber die verfrühten Aufstände in Distrikt 11 und das leicht geänderte Ende sehr gelungen. Das vermittelte viel mehr als das Buch den Eindruck, dass die Geschichte eben noch nicht zuende ist, und dass da noch was kommt.

Ich vergebe mal 9 von 10 angesengten Broten und freue mich auf die nächsten Teile!

P.S.: Ich bin im Team Peeta. Und das aus Überzeugung. fröhlich



Geschrieben von Hofnarr am 04.04.2012 um 21:42:

  RE: The Hunger Games - Die Tribute von Panem

Habe den Film auch vor ein paar Tagen gesehen und muss sagen, das er mir auch gefallen hat. Ich habe die Bücher nicht gesehen, kann daher auch keinen Vergleich dazu ziehen, es kam mir aber schon so vor, als ob immer etwas fehlen würde. Ich könnte jetzt auch keine genauen Szenen benennen, ist halt einfach so ein Gefühl.
So wie Jaina es beschrieben hat, könnte es auch den fehlenden Gedanken von Katniss liegen.

Zitat:
Original von Jaina C. Solo
- Haymitch war mir persönlich zu nett und zu sympathisch. Im Buch ist er viel mehr der zynische dauerbesoffene Kotzbrocken, und das mit Recht! War den Produzenten wohl zu riskant, dem jugendlichen Publikum so einen als im Grunde positive Figur vorzusetzen... schade.
(A propos: Täusche ich mich, oder wurde im Film tatsächlich überhaupt nicht erwähnt, dass er auch ein Sieger der Hunger Games war? Und nur einer von zweien aus Distrikt 12? Ich frage mich, warum nicht...)


Doch es wird erwähnt, denn genau aus dem Grund soll er ja die beiden trainieren, ich bin aber der Meinung, das im Film gesagt wird, er wäre der Einzige der je aus District 12 gewonnen hat.
Und das er ein großer Kotzbrocken ist, kommt trotzdem gut im Film rüber und finde ich ausreichend um ihn darzustellen, mehr wäre vielleicht wirklich zu viel gewesen großes Grinsen

Es wurde schon erwähnt und ich befürchte einfach, das es sich in den nächsten Jahren einfach nicht bessert, ist und bleibt diese beschissene Kameraführung. Da haben Techniker über Jahre und Jahrzenhte hinweg versucht eine Kameratechnik zu entwickeln, mit der man ruckelfrei in der Lage ist neben einem laufenden Flüchtling herlaufen zu können und dann kommen diese Affen mit ihrer Kaspertechnik, die offensichtlich auch noch für toll befunden wird. Ich will was vom Film sehen und nicht in meine Popcorntüte brechen und wo bleibt bei solchen Filmen die Epilepsiewarnung vorweg?

Der Film hat mir trotzdem gefallen und wenn ich meine aktuellen Bücher mal weggelesen habe, werde ich mich auch mal an diese ranmachen, um dann auch einen besseren Vergleich zu haben.



Geschrieben von der Henning am 04.04.2012 um 21:50:

 

Oh wie gut, Jaina macht nen thread auf, dann muss ich nich XD gut.

Also das Haymitch Sieger der Games war wurde gesagt als Peeta sich mich Katniss unterhält und erklärt warum so ein Mentor wichtig ist. ... ach hat der Narr shcon beantwortet. Ich bin zu langsam für diese Welt.

Ich fand die Optik des Setdesigns übrigens echt schick und die Medienkritik die verteilt wird zu herrlich. Die Paralellen zu DSDS und Big Brother schon erschreckend.

Ach ja, was ich merkwürdig fand.. Ich sag mal SPOILER:

Spoiler


Nur son Gedanke. Vielleicht ist das in den Büchern ja mehr erklärt, ich werde das mal prüfen.



Geschrieben von Jacen C. Solo am 05.04.2012 um 08:20:

 

Richtig wahrgenommen hatte ich die „Panem"-Bücher eigentlich nie, und ich wusste auch bis Anfang des Jahres gar nichts von einer Verfilmung. Dann las ich irgendwo über den Film, und schließlich sah ich den Trailer im Kino und wurde neugierig. Als ich ein wenig über die Story gelesen hatte, kamen mir natürlich die üblichen Gedanken wie „Ist das ein Remake von Battle Royale oder The Running Man?"
Und ich hatte – zugegeben – ziemliche Bedenken, da ich einerseits hörte, es gäbe da ein großes Fandom und Vergleiche mit „Twilight" (?), und andererseits, weil es eben Jugendbücher sind. Nichts gegen Jugendbücher, nein, aber ich fand das Thema „Jugendliche/Kinder müssen sich ein einer Arena gegenseitig töten" nicht unbedingt passend für ein Jugendbuch. Die Heldin (ist ja klar, dass sie überlebt) tötet alle anderen und ist dann am Schluss die strahlende Siegerin? Und so etwas wird als gut dargestellt und soll jugendliche Leser unterhalten?
Ja, da war ich skeptisch, aber dann recherchierte ich etwas weiter und fand heraus, dass es (natürlich) eine Trilogie ist und die Geschichte eben nicht nach dem Sieg in der Arena vorüber ist. Gut, dachte ich mir, zumindest wird wohl dargestellt, dass das System an sich böse ist und etwas geändert werden muss. Es geht eben nicht prinzipiell nur um das Abschlachten von Kindern. Aber meine Neugierde war auf jeden Fall geweckt.

Ich hörte dann erst das Hörbuch zu Buch eins und kaufte mir schließlich die ganze Trilogie als englische Taschenbuchbox. Ja, es war anders als erwartet / befürchtet, und das war gut so. Durch den Kniff, das Buch aus Kantniss’ Ego-Perspektive zu schreiben, erlebt der Leser eben auch nur hautnah das mit, was Kantniss erlebt, und dadurch bleiben uns seitenlange Beschreibungen des gegenseitigen Tötens erspart. Ja, ich mag Horrorfilme, und generell stört es mich auch nicht, so etwas zu lesen (der japanische „Battle Royale" zum Beispiel hält da ja auch voll drauf und verpackt seine Gesellschaftskritik in extrem blutige Bilder…aber sowohl Roman als auch Verfilmung von „Battle Royale" richten sich eben auch explizit an ein erwachsenes Publikum). „The Hunger Games" möchte ein Jugendbuch sein, und schon schnell wird zudem klar, dass der Schwerpunkt der Geschichte gar nicht auf dem eigentlichen Töten liegt. Zunächst einmal wird eine interessante Welt erschaffen mit ebenso interessanten Charakteren, und wiederum finde ich die Wahl der Erzählperspektive aus der Ersten Person sehr hilfreich, so dass ich mich gut in die Rolle der Erzählerin versetzen konnte. Was mich an den Büchern fasziniert: Erst einmal das Setting. Eine düstere, glaubwürdige Dystopie mit interessanten Figuren und einer beängstigenden Prämisse. Die minutiöse Beschreibung z. B. der Reise ins Capitol, des Trainings, der Spiele selbst. Das macht alles irgendwie glaubwürdig. Na ja, und das Übliche halt: Action, Abenteuer, Gesellschafts- bzw. Fernsehkritik.

Aber jetzt mal zum Film:

Unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit der Verfilmung. Im Gegensatz zu manch anderen Buchverfilmungen kann ich mit den Änderungen / Kürzungen doch sehr gut leben, zumal sie sich doch sehr dicht an das Buch gehalten haben. Was mir so stichwortartig einfällt:

- Kamera: Ja, streckenweise sehr "wacklig", Handkamera Dokustil, aber unterm Strich nicht so schlimm. Bei vielen Actionszenen war die schnelle Wackelkamera sicher auch ein Mittel, um die Brutalität abzuschwächen.
In der Arena fand ich die Wackelkamera sogar meistens recht passend, bei den Szenen am Anfang, gerade in Distrikt 12, hätte ich mir aber auch etwas mehr Bildruhe gewünscht.

- Settings: District 12 fand ich sehr schön (auch wenn man nicht so viel davon gesehen hat), die Kostüme im Capitol waren herrlich extravagant, und das Capitol selbst hatte ich mir auch so ähnlich vorgestellt. Manche Leute haben sich über die unrealistischen CGI Flammen beim "Girl on fire" beschwert....ok, man sieht, dass es CGI ist, aber andererseits wurde ja auch gesagt, dass es keine echten Flammen sein sollen, von daher war's legitim. Ansonsten sah schon alles stimmig aus und entsprach in Etwa meinen Vorstellungen.
- Musik: Ein toller Score, hat mir wirklich gut gefallen.
- Darsteller: Ja, haben sie eigentlich alle gut gemacht. Eigentlich hatte ich mir auch alle mehr oder weniger so vorgestellt. Richtig gut fand ich Woody Harrelson als Haymitch, und Donald Sutherland fand ich sowieso schon immer cool. Amandla Stenberg als Rue ist süß.
- Änderungen: Ich fand's gut, dass man manche Szenen auch aus der Perspektive der Gamemaker oder Präsident Snow sieht (war im Buch wegen Ichperspektive ja nicht möglich). Wes Bentley als Seneca Crane auch sehr schön (den Namen erfährt man ja eigentlich erst in Band 2). Ja, es fehlen einige Sachen, aber irgendwo muss man ja kürzen bei über 400 Seiten.

Am Ende wirkte es schon etwas gehetzt. Das Füllhorn hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Gleiches gibt für die Muttations.

Wie schon von Hofnarr und Henning geschrieben: Ja, es wurde erwähnt, dass Haymitch selbst Tribut war und für Distrikt 12 gesiegt hat. Das wird ja später (in Band 2 und 3) auch noch sehr wichtig.

@Henning:

Spoiler


Unterm Strich aber auf alle Fälle eine gelungene Buchverfilmung, freuen wir uns auf Teil 2 im November 2013.

8/10 verbrannten Broten



Geschrieben von Leia am 07.04.2012 um 04:47:

 

Ich muss zugeben, dass die Bücher völlig an mir vorbeigegangen sind. Erst durch den Trailer zum Film bin ich auf die Geschichte aufmerksam geworden, hatte sie aber schon fast wieder vergessen, als ich, mehr zufällig weil stark reduziert, Band 1 gekauft habe, weil ich noch was zu lesen brauchte während einer Klausurbeaufsichtigung. Ich lese gern und viel, aber noch niemals habe ich eine Geschichte derart verschlungen! ( Die ersten 100 Seiten hab ich während der Beaufsichtigung besagter Klausur gelesen und von 27 Schülern hatten 24 später ein "sehr gut" Zunge raus )
Noch auf dem Rückweg hab ich die beiden anderen Bücher gekauft und das WE dann völlig in Panem verbracht und am Sonntag abend dann den Film gesehen:

Zuerst mal zum Cast:
Da ich ja nun schon wusste, wer wen spielt, hatte ich beim lesen die Gesichter der jeweiligen Schauspieler bereits vor Augen, und konnte mich daher sofort mit allen anfreunden. Ich fand Lenny war auf den Punkt genau Cinna, ebenso fand ich Woody als Haymitch toll getroffen!
( Er is ja auch nicht wirklich ein totaler Arsch sondern einfach fertig und das kommt schon so rüber )
Snow kommt zwar im ersten Teil des Buches nicht so oft vor wie im Film, aber Sutherland IST Snow ( wenn auch ohne Schönheitsoperation ) und daher passt das schon. Gale ist mit Liam super besetzt und Jennifer fand ich schon in Winters Bone toll, von daher: Kein Einwand!
Rue hab ich mir ehrlich gesagt, wesentlich zierlicher vorgestellt und war daher ein wenig enttäuscht! Stanley Tucci als Flickerman kommt mir im Film ein klein wenig zu oberflächlich vor, im Buch macht er zumindest den Eindruck, als würde er ehrlich betroffen mit den Tributen empfinden!
Und Peeta: Tja, keine Ahnung was genau ich erwartet hatte, aber nicht das. Der Name des Schauspielers sagte mir erstmal gar nichts, beim Film kam er mir aber recht schnell bekannt vor, da ich erst kurz vorher mit meinem Sohn "Die Reise zur geheimnissvollen Insel" gesehen habe.
Ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, aber im Buch begegnen sich Katniss und Peeta, trotz unterschiedlicher Fähigkeiten, auf Augenhöhe. Das empfand ich im Film leider nicht so! Ich weiß nicht ob das so gewollt ist, aber im Film war für mich Gale der "Mann" an Katniss Seite, obwohl er ja kaum da war. Irgendwie blieb Peeta neben Katniss blaß! unglücklich Ich hoffe, das ändert sich noch in den weiteren Teilen!!

Zur Umsetzung:
Neben all den Dingen die ihr schon erwähnt habt ( auch ich fand die Kameraführung machte erst in der Arena wirklich Sinn und das Füllhorn hab ich mir nu GANZ anders vorgestellt ) haben mich mehr die Kleinigkeiten gestört oder auch gefreut.

Gestört hat mich, dass sowohl der Dialog vor der Sache mit den Beeren, als auch der Dialog am Ende zwischen Katniss und Peeta so stark abgespeckt war. Das hätte man ruhig eins zu eins übernehmen können!
Spoiler

@ Jaina: Ja, Katniss aus dem OFF hätte ne Menge rüberbringen können!!! smile

Sehr gut fand ich, dass Cato im Film nicht so brutal und blutrünstig wie im Buch beschrieben ist, sondern so in Szene gesetzt wird, dass er eben auch nur ein Junge ist, der überleben will!!!
Madge und die Spotttölpelbrosche fand ich im Buch sehr wichtig. Hut ab, wie sie das im Film gelöst haben,denn Madge hat mir überhaupt nicht gefehlt!
Und auch mir gefiel es besser, dass die verfühten Aufstände gegen das System bereits im ersten Film zu sehen waren und ebenfall gut fand ich dass schon in diesem Teil klar wird, dass Snow einen für die Beeren Sache zahlen lässt...und zwar mit den Beeren!

Ansonsten geht es mir wie euch: Ich fand die Distrikte gut gelungen, schön spärlich mit den Farben, alles grau in grau und dann das Kapitol mit seinen Einwohnern wie ein buntes Knallbonbon!

Was die deutliche Medienkritk angeht: Die fand ich jetzt im Buch wesentlich stärker vorhanden als im Film. Es ist da nicht wirklich so klar, dass die Bürger praktisch gezwungen werden sich die Spiele anzusehen,ob sie nun wollen oder nicht! Gale sagt ja am Anfang auch noch, dass einfach keiner mehr gucken soll und dann haben sie auch keine Spiele! Als ob sie eine Wahl hätten!!! Im Buch zumindest wird ganz klar, dass sie die nicht haben und das ist eben der große Unterschied zwischen Big Brother oder DSDS zu Panem!!!

Abschließend würde ich sagen:
Der Film hat mich jetzt nicht sooo umgehauen wie die Bücher, aber er is schon ziemlich gut und nah dran an der Vorlage!
Ich warte mal ab wie es weitergeht, und vergebe bis dahin:

8 von 10 goldenen Eylinern! Freude

P.S. @ Jaina: Im Buch bin ich ebenfalls Team Peeta und das ebenfalls aus voller Überzeugung.
Spoiler

Aber im Film....ich weiß es leider nicht! verwirrt



Geschrieben von MeisterYoda am 08.04.2012 um 15:24:

 

Leia, you royal highness, hattest du Nachtdienst?? großes Grinsen großes Grinsen großes Grinsen



Geschrieben von Leia am 08.04.2012 um 17:52:

 

@Yoda: Jepp! Woher weißt du das??? großes Grinsen



Geschrieben von Dirk Diggler am 06.10.2012 um 12:34:

 

Die Tribute von Panem ist ein gelungener Film mit einer ausgewogenen Portion Medien- und Gesellschaftskritik. Vergleiche mit den Dystopien/Utopien "1984", "Gattaca", "Running Man" oder meinetwegen auch "Equilibrium" liegen nahe. Die Ausgewogenheit zwischen Action und Abenteuer ist bei den Hunger Games aber meiner Meinung nach der große Pluspunkt. Es geht eine Stunde lang durch die Einführung in District 12, Panem, der Hauptstadt, den Spielregeln, dem Training und dem Sponsoring, Charaktere werden eingeführt. Der gesellshaftliche Rahmen und die Bedeutung der Spiele werden mir in diesem Teil ausreichend transparent vorgestellt und ich konnte mich in diese Welt gut einfinden. Die Kameraführung empfand ich nicht so extrem negativ, aber vermutlich bin ich da schon ausreichend konditioniert.

Die beginnende Action mit dem Startschuß der Spiele ist dann auch gut dosiert und nicht übertrieben unrealisitisch dargestellt, immerhin sind die Athleten Kinder oder Jugendliche. Mich hat dann die Überebensgeschichte und die gruppendynamischen Beziehungen der Tribute sehr gefangene genommen. Ein wenig "Lord of the flies" und hier etwas "Flucht von Absolom" ( ;-) ).

Kritikunkte habe ich auch gefunden, allerdings sind es die üblichen Punkte bei Buchadaptionen: Wenn Leia sagt, dass Katniss im Buch lange mit sich ringen musste, um nach den geänderten Spielregeln den Entschluss zu fassen, mit Peeta gemeinsam gewinnen zu wollen, so kann ich das als Zuschauer des Films nur erahnen. Sowieso ist die menage a trios im Film nicht so transparent. Ich weiß auch heute ehrlich noch nicht, mit wem Katniss nun in Zukunft anbandeln wird. Alles für die Kamera? Alles für die "Drei Finger"-Sache? Oder doch wahre Liebe mit ihrem Mitstreiter aus District 12? Dieser Kampf in Katniss, der bestimmt im Buch sehr ausführlich beschrieben wird, wird im Film nicht ausreichend herausgearbeitet. Klar, im Film ist das immer so schwer dazustellen. Aber eine Sequenz aus dem OFF, wie hier schon vorgeschlagen, wäre sicher eine Option gewesen.

Na ja, da gibt es sicher noch weitere Punkte. Z.B. konnte ich beim meiner Meinung nach famos aufspielenden Stanley Tucci, dem geschmierten und gelackten TV-Moderator der Show, nirgends Empathie ausmachen. Hier wurde geschrieben, dass zumindest im Buch sowas wie Mitgefühl zu lesen ist. Im Film ist er ein geschmiertes Arschloch mit nur einer Agenda: Die Show!

Also ich freu mich jedenfalls auf die weiteren Filme. Frage an die Buchleser: Stehen die Hunger Games dann weiterhin im Mittelpunkt? Oder geht die Handlung mehr auf die Makroebene des gesellschaftlichen Disputs? Aufstand? (Bürger)krieg?



Geschrieben von knöse am 18.11.2013 um 22:04:

 

Softspoiler

Spoiler


Was mich in den Büchern beschäftigt hat, ist wie die Bewohner vom Kapitol die Show konsumieren. Können sie überhaupt anders? Die Jüngeren sind damit aufgewachsen und können gar nicht mehr anders. Man hat sich daran gewöhnt. Bei uns ist es doch auch irgendwo ähnlich. Wir kaufen Kleider die zu Hungerlöhnen hergestellt wurden oder essen Tiere die grausam gequält wurden. Dieser Zusammenhang hat mich nachdenklich gemacht. Ich glaube darauf wollte uns die Autorin auch hinweisen.

Ich freue mich auf jeden Fall auf den zweiten Teil.


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